Vortrag

Innerer Klimawandel – Spirituelle Wege und ihre Beziehung zur Erde

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Vortrag von Dr. Gunter Friedrich

Unser Weg und die Naturreiche

Unser Weg und die Naturreiche

Vor einiger Zeit las ich ein Jugendbuch mit dem Titel: „Nichts”, „Nichts, was im Leben wichtig ist”, so lautet der Titel insgesamt. Ein Jugendlicher steht im Unterricht auf und sagt: „Nichts bedeutet irgendetwas. Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.” Er packt seine Schulsachen und geht hinaus und kehrt auch in der Folge nicht in die Schule zurück.

Er verbringt seine Zeit auf einem Pflaumenbaum sitzend. Mitunter wirft er mit unreifen Pflaumen nach den Kindern. Eines Tages ruft er ihnen nach: „Alles ist egal. Denn alles fängt nur an, um aufzuhören. In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben. Und so ist es mit allem.”

Und an einem anderen Tag sagt er: „Die Erde ist vier Milliarden sechshundert Millionen Jahre alt, aber ihr werdet höchstens hundert. Das Leben ist die Mühe überhaupt nicht wert. Das Ganze ist nichts weiter als ein Spiel, das nur darauf hinausläuft, so zu tun, als ob – und eben genau dabei der Beste zu sein.”

Als meine Frau und ich das Jugendbuch kauften, fragte uns die Verkäuferin, ob wir auch genügend gefestigt seien, es zu lesen …

Nichts bedeutet irgendetwas. Das Ganze ist nichts weiter als ein Spiel. Alles fängt nur an, um aufzuhören. Eine klare Aussage. Wer sich auf sie einlässt, wer nach der Bedeutung der Dinge forscht, muss wohl einen spirituellen Weg gehen – und dabei Erfahrungen machen. Dann kann ihm das Leben eine Antwort geben.

Es gibt großes Leiden auf der Erde. Unzählige Menschen entbehren das Nötigste. Sie wurden in die Welt hinein geboren – und erfahren in ihr Armut und Hunger. Und Grausamkeit. Auch Verwüstungen, von Menschen hervorgerufen und von der Natur. Und schließlich Verwüstungen im eigenen Inneren. Selbst in den Ländern, in denen Wohlstand herrscht, breiten sich Verwüstungen im Inneren der Menschen aus.
Und natürlich gibt es große Freude im Leben, Liebe, Erfüllung, Wiedererkennen.

Ist das alles bedeutungslos? Ist es ein Spiel, eine Laune der Evolution?

Wir können eine Entdeckung machen

Wir können eine Entdeckung machen: Wir werden von etwas getragen. Was immer wir tun, was immer uns geschieht, wir sind in etwas eingebettet, sind Bestandteil von „Etwas”. Der Junge in unserer Geschichte sitzt auf einem Pflaumenbaum. Die Natur trägt ihn, gibt ihm Trost und die Möglichkeit, mit unreifen Pflaumen zu werfen. Aber die Bedeutung seines Daseins kann sie ihm nicht mitteilen.

Jeder kann spüren, wie er von der Natur gestützt wird. Das Leuchten einer Blüte, die Kraft eines Baumes, die Wasserfläche eines Sees, der Flug der Vögel – das stärkt und erhebt uns. Bäume, Blumen, Wasser, die Weite des Himmels, die Tiere, sie haben etwas mit uns zu tun, sind verwandt mit uns, sind Teil von uns. Sie sind unsere Herkunft, unsere Gefährten, unser Dasein – und unsere Nahrung.

Daneben gibt es noch eine andere Quelle, aus der wir Kraft beziehen: der religiöse Glaube, Gedanken von Philosophen, Worte von Dichtern, Klänge von Komponisten, Formen und Farben von Malern und Bildhauern. Hier wirkt Geistig-Seelisches auf uns ein, gibt uns Lebensmut und hebt uns aus manchem heraus, was uns bedrückt. Wir spüren, dass hier etwas wirkt, das unserem Dasein Bedeutung geben könnte, aber wir können es nicht ohne weiteres erfassen.

Irgendwie sind wir auch in diese Sphäre eingebettet, auch sie ist unsere Herkunft, unser Dasein, aber wir können sie nicht wahrnehmen.

Wir empfangen also eine zweifache Speise: die Kräfte der Natur und die Kräfte des Geistig-Seelischen. Dieses Zweifache kennzeichnet uns. Es zeigt uns, dass wir von doppelter Herkunft sind, dass wir zusammengesetzt sind aus Natürlichem und Geistig-Seelischem.
Aber darin besteht zugleich auch unsere Problematik. Denn wir haben dieses zweifache Erbe noch nicht zu einer Einheit integriert.

Impulse aus dem geistig-seelischen Bereich

Der Junge auf dem Pflaumenbaum schaut nur auf das Vergängliche, Flüchtige und Schattenhafte seines Daseins. Er hat recht, wenn er darin die Bedeutung nicht finden kann.
In das Reich der Bedeutung, das Reich des Geistig-Seelischen, die andere, die tiefere Hälfte seines Wesens, vermag er noch nicht hineinzuschauen. Sie hat ihre Wirksamkeit noch nicht voll entfaltet.

Von dort kommen die Impulse, die uns dazu drängen, nach unserem Daseinsgrund zu forschen. Es war ein solcher Impuls, der den Jungen dazu veranlasste, aus seinem normalen Lebensalltag auszubrechen. Aber er vermochte den Impuls in seiner Eigenart nicht zu erkennen.

Die Naturwissenschaftler haben – ebenfalls unter dem Einfluss solcher Impulse – vor allem in den letzten hundertfünfzig Jahren genialste Entdeckungen gemacht. Doch wie sind wir damit umgegangen? Wir haben großartige technische Apparate gebaut. Wir wenden sie an und – überfordern damit oftmals die Natur. Wir verseuchen, veröden, verstrahlen Naturreiche und zerstören auf diese Weise das, was uns trägt, was unser Dasein ist, was wir selbst sind.

Das wirft ein Licht auf unseren Zustand. Wir empfangen Eingebungen aus unserer geistig-seelische Seite, aber wir wenden sie auf eine Weise an, die weder dem geistigen Quell entspricht, aus dem sie stammen, noch der Natur, in der wir leben. Die beiden Seiten unseres Wesens befinden sich nicht in Harmonie miteinander.

Ein Blick auf die Evolution

Die Evolution hat den Menschen als Ergebnis einer Milliarden Jahre dauernden Entwicklung hervorgebracht. Wollte sie ein Wesen erzeugen, das sich selbst vernichtet und der Erde und den Naturreichen Schaden zufügt? Ein in sich zerrissenes Wesen? Das ist wenig wahrscheinlich.

Möglich ist es aber, dass wir in der Menschheitsentwicklung erst in einer Phase angekommen sind, die man als Pubertät bezeichnen könnte. Denken wir einmal an unsere eigene Pubertät zurück. Tiefer liegende Veranlagungen begannen, sich auszuprägen. Doch mit welchen Spannungen war das verbunden!

Wenn wir das auf die Menschheitsentwicklung übertragen, können wir sagen, dass wir insgesamt gesehen noch nicht erwachsen sind, dass wir uns noch nicht gefunden haben.
Wir haben die zwei fundamentalen Seiten unseres Wesens noch nicht zu einer Einheit gebracht.

Das ist eine wesentliche Ursache der großen Krise, in der wir uns heute befinden. Wir gefährden durch ein noch nicht erwachsen gewordenes Bewusstsein unsere natürliche Existenz. Hegel nannte unser Bewusstsein ein „unglückliches Bewusstsein”.

Allerdings könnte nunmehr ein Schritt zum Erwachsenwerden anstehen. Wir tragen das geistig-seelische Element in uns. Unsere naturhafte Seite ist entwickelt, nicht jedoch die geistig-seelische. Hier liegt der große Schritt, zu dem wir gerufen sind.

Wir können diesen Schritt als Teil des Werdegangs der Evolution sehen. Schauen wir einmal auf eine Entwicklungsmethode der Evolution und fragen wir uns,was sie uns für unsere heutige Situation sagen kann.

Stets bildet sich auf einer bestimmten Ebene eine große Vielfalt heran.
Es differenziert sich das, was entstanden ist, zu großem Reichtum aus.

Einstmals entstanden auf der Grundlage des Wasserstoffs die vielen chemischen Elemente. Als eine gewisse Sättigung erreicht war, als auf dieser Ebene nichts wesentlich Neues mehr kam, fand in einer evolutionsgeschichtlich relativ kurzen Zeit ein Entwicklungssprung statt.
Es zeichnete sich eine Synthese ab.

Aus der Ursuppe der Elemente und Säuren entstanden die ersten Einzeller. Sie waren etwas ganz Neues. Mit ihnen gab es zum erstenmal Wesenheiten, die eine Innen- und eine Außenwelt kannten. Das Ganze, der Einzeller, war mehr als die Summe seiner Teile.

Nachdem diese Ebene erreicht war, setzte auf ihr wiederum eine Differenzierung ein. Es entstanden die Mehrzeller und schließlich entfaltete sich der übergroße Reichtum an Pflanzen und Tieren.

Auch hier kam es in einem bestimmten Stadium der Entwicklung zu einer Sättigung, zum Erreichen eines Zustandes, in dem erneut eine Synthese möglich wurde. Es entstand ein Wesen mit einem Denkorgan, das sich zur Großhirnrinde entwickelte. Die frühen Hominiden, die ersten Menschen traten auf. Das war wiederum etwas Neues.

Ein Wesen bildete sich heran, das über sich selbst und die Evolution nachdenken konnte, ein Wesen, das schließlich ein Selbstbewusstsein, ein Ich erlangte. Die Essenz des pflanzlichen und tierischen Erbes war im Menschen vereint. Und es kam noch „etwas” hinzu aus dem geistig-seelischen Bereich. Das Ganze, was daraus entstand, war mehr als die Summe seiner Teile.

Und erneut begann eine Differenzierung. Völker entstanden, Sprachen, Kulturen, Religionen und schließlich kam es zu der heute vorhandenen unüberschaubaren Individualisierung der Menschen. Jeder kann sich als eigene kleine Welt erfahren. Und nunmehr, in unserer Zeit, zeigen sich erneut die Zeichen einer Sättigung in der Entwicklung.

Stehen wir vor einem Evolutionssprung?

Wieder steht eine Synthese an. Stets bedeutet sie einen Sprung in der Evolution. Für die, die mitten darin stehen, stellt sie sich allerdings als ein Prozess mit vielen kleinen Schritten dar.

Worin könnte die jetzige Synthese bestehen? Einstmals fügten sich die Eigenschaften der Tier- und Pflanzenwelt im Menschen zu einer höheren Einheit zusammen. Dieses naturhafte Geschehen ist vollendet. Doch es gibt im Menschen noch den geistig-seelischen Keim. Er ist noch nicht integriert, mit ihm ist die Einheit noch nicht vollzogen. Er hat sich noch nicht entfaltet, die Tür zur geistig-seelischen Welt ist in der übergroßen Zahl von Menschen noch nicht aufgegangen.

Das Geistig-Seelische ist eine andere Lebensdimension als das Naturhafte. Im Geistig-Seelischen finden wir die Quelle des Lebens, im Naturhaften die Ausprägung der Lebenskräfte. Das Naturhafte ist eine vielfältige Projektion der geistig-seelischen Kräfte
in einen Außenraum. In der Mitte zwischen den beiden steht beim Menschen das Bewusstsein, sein Ich.

Das Naturhafte tritt uns in einer verfestigten Gestalt gegenüber, einer Gestalt, die dem Tod unterworfen ist. Die Zeit wirkt in unserer Lebensdimension auflösend, zerbrechend. Der Raum unseres Daseins erweist sich als begrenzt. Unsere naturhafte Seite bedeutet Vergänglichkeit.

Die geistig-seelische Seite macht sich durch Impulse bemerkbar. „Wasser des Lebens”, so können wir den seelischen Aspekt nennen, durchströmen uns. Sie kennen keinen Tod. Sie sind ja das noch Unverkörperte. Wenn sie wirklich sprudeln, verwandeln sie uns und heben unsere Existenz auf eine höhere Ebene, machen uns zu einem neuen Geschöpf.

Reinigendes, erneuerndes Feuer, so können wir den geistigen Aspekt nennen. Wenn es in uns aufflammt, verwandelt es uns. Wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen. Wir müssen bereit sein, das Feuer in uns wirken zu lassen. Es kann dann inmitten des alten Körpers eine neue Struktur heranbilden, eine Form, die ihm entspricht. Es ist eine Form feinstofflicher Art.

Was meinen wir mit feinstofflich? Wir besitzen energetische Strukturen, die unseren grobstofflichen Körper durchdringen und umhüllen. Sie halten Form des grobstofflichen Körpers instand, regeln die organischen Vorgänge und sind die tragenden Kräfte für unser Empfinden, Begehren, Wollen und Denken.

Unser inneres und äußeres Leben vollzieht sich in Übereinstimmung mit den Energien,
aus denen die feinstofflichen Körper bestehen. Man spricht vom ätherischen, astralen und mentalen Körper. In ihrer jetzigen Beschaffenheit sind sie auf die Instandhaltung unseres grobstofflichen Körpers abgestimmt.

Auf der höheren Oktave in der Menschheitsentwicklung werden die feinstofflichen Körper jedoch von neuer Beschaffenheit sein. Sie ermöglichen das harmonische Verschmelzen von Geist und Natur. Es ist nicht so, dass sich das bisherige Bewusstsein und die bisherigen Körperstrukturen einfach fortentwickeln. Erneut stehen wir vor einem Sprung in der Evolution. Die Quelle des Lebens, die mehr oder weniger in uns verschüttet war, bricht hervor und bildet – ihrer Eigenart entsprechend – eine neue Gestalt.

Wir werden von innen her erneuert. Eine neue Seele entsteht in uns, die Zeugnis hiervon ablegt. Ein Bewusstsein bildet sich heran, das seine Wurzeln nicht im alten Ich hat. Es bekommt Anteil am Allumfassenden, und zwar in dem Maße, in dem es an dem Prozess mitwirkt.

Ein Vorbild für die neue Gestalt

Gibt es ein Vorbild für die neue Gestalt? Immer gibt es Vorläufer in der Evolution. Vor 2000 hat ein Mensch die neue Gestalt exemplarisch für uns aufgebaut, und zwar in Vollkommenheit, während bei uns nur die Rede von Anfangsstadien sein kann. Jesus, der Christus, hat die Grundlage gelegt für eine neue feinstoffliche Körperstruktur.

Er hat inmitten des alten Körpers einen neuen, unsterblichen Körper entstehen lassen. „Reißt diesen Tempel ab, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen” (Joh. 2), so drückte er diesen Prozess symbolisch aus. Die Lebensbeschreibung Jesu kann man als eine bildhafte Darstellung der Etappen der Verwandlung ansehen. Es ist ein schrittweises Heranwachsen des Geistig-Seelischen im irdischen Menschen. Seine Erfüllung fand es in dem, was die Bibel Auferstehung nennt.

Jesus trat eines Tages in der neuen Gestalt auf, losgelöst vom alten Körper. Nach vorbereitenden Wachstumsphasen fand die Auferstehung statt. Die Jünger vermochten es zunächst nicht, die neue Gestalt wahrnehmen. Sie war von neuer feinstofflicher Art. Doch schließlich gelang es ihnen. Sie hatten auf ihrem spirituellen Weg neue Wahrnehmungsorgane im Ansatz entwickelt. Das Neue zeichnete sich auch in ihnen ab.

Der Auferstehungskörper ist in seiner Form nicht verfestigt wie der grobstoffliche Körper. Er kann sich unbegrenzt ausdehnen und an beliebiger Stelle zusammenziehen.

Alle Stifter der großen Religionen kann man als Wegbereiter ansehen für etwas, das später für viele möglich werden soll. Jeder große Menschheitslehrer sprach die Worte: Folgt mir nach.
Im Ansatz wird die Entwicklung, die in der Auferstehung gipfelte, einmal für jeden Menschen möglich. Jeder kann einen, mehrere oder viele Schritte in dieser Richtung tun. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Religion er angehört. Entscheidend ist, ob sich der seelische und der strukturelle Prozess in seinem Inneren vollziehen.

Die heutige Situation

Heute, zu Beginn des 3. Jahrtausends, treten verstärkt Energien auf, die über das Spektrum der Energien unserer jetzigen feinstofflichen Körper hinausgehen. Die Erde tritt auf ihrem Weg durch den Makrokosmos in ein besonderes Strahlungsfeld ein. Wissenschaftler unserer Zeit bestätigen das Auftreten dieser Schwingungen. Auch die Radioaktivität, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten von uns entfesselt wurde, trägt zur Schwingungserhöhung bei.

Die erhöhten Schwingungen im Bereich der Erde übertragen sich auf den Menschen. Sie alleine sind jedoch noch nicht befreiend. Im Gegenteil zeugen die Zunahme von Nervosität und psychischen Erkrankungen eher vom Gegenteil. Auch die Schnelllebigkeit unserer Zeit hängt hiermit zusammen.

Es wirken nicht nur höhere naturhafte Energien des Kosmos in unserer Zeit, sondern verstärkt auch geistige Kräfte. Unser Sonnenkosmos ist auch ein seelisch-geistiger Organismus. Man kann den Eindruck bekommen, dass er in unseren Tagen korrigierend eingreift. Er entfaltet Selbstheilungskräfte, die von Menschen verursachte Störungen beseitigen wollen. Man könnte zum Vergleich an das Fieber denken, das der Heilung des Körpers dient.

Die Menschheit wird auf den beiden Ebenen ihrer Existenz berührt. Sowohl im naturhaften als auch im geistig-seelischen Bereich treten Schwingungserhöhungen auf. Spirituelle Lehrer im Osten wie im Westen haben dies vorhergesagt. Etablierte Strukturen werden dadurch auf beiden Ebenen erschüttert.

Die intensiveren geistig-seelischen Kräfte können mit dem geistigen Keim in unserem Inneren zusammenwirken, wenn wir das zulassen. Sie gleichen geistigen Sonnenkräften, die den Keim zum Aufbrechen und Wachsen bringen können. Daraus ergibt sich für uns eine besondere Möglichkeit. Auf einem spirituellen Weg kann sich sowohl eine neue Seele in uns heranbilden, also auch mit ihr korrespondierende neue feinstoffliche Strukturen.

Die feinstofflichen Sphären enthalten auch das Gedächtnis der Natur, das Gedächtnis der Erde. Alles, was einmal geschah, lässt sich aus diesem Gedächtnis wieder abrufen. Das gilt auch für den Auferstehungskörper. Er ist als Information aus dem Gedächtnis der Natur abrufbar. Wir können an ihm Anteil erhalten. Wir können zu ihm in Resonanz treten. Auch hierzu liefern naturwissenschaftliche Erkenntnisse auf ihre Weise, in ihrer Terminologie, eine Bestätigung.

Auswirkung auf die Naturreiche

Auf die Naturreiche hat ein solcher Entwicklungsschritt des Menschen eine große Auswirkung. Sind wir doch die Synthese des Tier- und Pflanzenreiches. Wir sind der „Sohn der Evolution”, ihre derzeitige Quintessenz, die Spitze der naturhaften Entwicklung, die mit dem Unterbau des Tier- und Pflanzenreiches untrennbar verbunden ist. Wir sind eins mit den Naturwesen, die uns in der Entwicklung nachfolgen. Alles, was wir tun, wirkt auf alles Bestehende ein. Alles wartet auf unser Weitergehen.

Im Römerbrief Kapitel 8 heißt es: „Das ängstliche Harren der Kreatur wartet, dass Gottes Kinder offenbar werden.” Und weiter: „Auch die Kreatur wird frei werden von dem Dienst des vergänglichen Wesens.” Sobald das unvergängliche Geistig-Seelische den Menschen zu dem macht, was er seiner innersten Veranlagung nach ist, nämlich ein geistig-seelisches Wesen mit dem Körper einer höheren Naturordnung, werden die uns nachfolgenden Naturreiche von der Knechtschaft, in der sie sich zur Zeit befinden, befreit. Derzeit leiden sie unter uns, werden sie von uns bedrängt und ausgebeutet. Sie geben uns die Lebensbasis und wir werden ihnen die Pforte zur Weiterentwicklung öffnen.

Der Mensch ist im Evolutionsgeschehen der führende Faktor. Wenn er vorangeht, ermöglicht er es der Tier- und Pflanzenwelt, ebenfalls den Schritt in etwas für sie Neues zu tun.

Das Feinstoffliche ist die Brücke zwischen den Lebewesen. Ätherische Ströme verbinden Pflanze, Tier und Mensch. Astrale Ströme verbinden Mensch und Tierreich und mentale Kräfte bilden die besondere Sphäre der Menschheit.

Die Triebkraft für die neue Synthese ist die Kraft des Geistig-Seelischen. Sie umfasst das Ganze der Schöpfung. Wenn wir an dem kosmischen Auferstehungskörper Anteil erhalten, entsteht in uns ein Bewusstsein, das vom Ganzen geprägt ist, sich auf das Ganze richtet, ein integratives Bewusstsein, das Gott, Kosmos, Mensch und Naturreiche widerspiegelt.

Erste Ansätze dieser Entwicklung zeigen sich heute. Überall ringen Menschen um Bewusstseinserneuerung. „Es geht ums Ganze”, so lautet der Buchtitel eines Quantenphysikers.

Das führt zu einem neuen Lebensverhalten. Alle ökologischen Bestrebungen sind Vorläufer dieser Entwicklung. Sie sind von Verantwortungsbewusstsein geprägt. Wenn der Mensch jedoch auf einem spirituellen Weg der Verwandlung die Einheit strukturell in sich entstehen lässt, wenn die neue feinstoffliche Struktur sich in ihm bildet, wird er nicht mehr anders können, als im Einklang mit dem Ganzen zu wirken. Denn es lebt in ihm.

Er erfährt innerlich den Zugang zu den Naturreichen, er erlebt ihr Leben in sich und trägt dazu bei, allem erneuernde Impulse zu geben. Er erfährt den Einklang mit allem und die Mitverantwortung für den weiteren Entwicklungsgang. Die Geschöpfe der Naturreiche sind seine jüngeren Geschwister.

Hinter ihnen, in ihnen und durch sie wirkt ebenfalls Geistig-Seelisches. Es prägt sich in der Schönheit und der Genialität der Formen und Funktionen der Pflanzen- und Tierwelt aus.
Der Impuls der Synthese wirkt, wenn er einmal vom Menschen ausgeht, in die gesamte Tier- und Pflanzenwelt hinein, auch in das Geistig-Seelische, das sich in den Tieren und Pflanzen offenbart und erfährt.

Die neuen feinstofflichen Ströme werden in der Bibel „Ströme lebenden Wassers” genannt.
Sie ermöglichen dem Tier- und Pflanzenreich einen Bewusstseins- und Gestaltenwandel.
Das Geistig-Seelische, das schöpferisch hinter ihnen und in ihnen wirkt, wird die erneuernden Impulse des Menschen umsetzen in weiter führende Entwicklungen. Im Tierreich werden sich Formen des Selbstbewusstseins bilden. Ansätze dazu sind bereits heute zu beobachten.

Welche Ausprägungen im einzelnen stattfinden werden, ist nicht vorhersehbar. Fest steht nur, dass der Weg der Verwandlung, zu dem sich ein Mensch aus freiem Willen entschließen kann, ein starker Impuls der Genesung für die Erde sein wird. Denn die Bewusstseinskräfte der Einheit werden sie durchströmen.

Prophetisch sagt Hölderlin in seinem Gedicht „Der gefesselte Strom”: Sobald die Stimme des Göttersohnes erklingt, „regt im Busen der Erde sich Freude wieder”.

Foto: Hermann Achenbach
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