Symposium, 2 Tage (23.-24.10.)

Unbekanntes Christentum: Das gnostische Evangelium nach Philippus

Diese Veranstaltung empfehlen:

mit Angela Paap, Dr. K. Dietzfelbinger, Dr. G. Friedrich, Hanni Studer

Jahrhunderte lang waren sie unter dem Sand Oberägyptens verborgen: Die urchristlichen Evangelien aus Nag Hammadi, zu denen auch das „Evangelium nach Philippus” gehört. Erst im Jahr 1945 wurden sie entdeckt, dann jahrelang geprüft und übersetzt.

Diese Schriften wollen zur intuitiven Erkenntnis Gottes hinführen, zur Gnosis. Die Texte sprechen vom sinnlosen Leben, in das der Mensch durch Unwissenheit und Gottferne geraten ist, und von der Möglichkeit, das wahre Ziel des menschlichen Lebens durch Auflösung dieser Unwissenheit wieder zu finden.

Die Botschaft dieser Evangelien entfaltet mehr und mehr ihren besonderen Klang in unserer Zeit, in der so viele Menschen nach echter Spiritualität suchen.

Das Philippus-Evangelium stammt wahrscheinlich aus dem 2. Jh.n.Chr. Es hat Ähnlichkeiten mit dem Thomas-Evangelium und soll auf den Apostel Philippus zurückgehen. Die Handschrift ist in koptischer Sprache abgefasst und beruht auf nicht erhaltenen griechischen Originalen.
In zahlreichen Beispielen weist es auf die göttliche Kraft, die vom Menschen assimiliert werden muss, wenn er aus dieser vergänglichen Welt erlöst werden will.

An unserem Symposium wollen wir uns mit Kurzvorträgen, Gesprächen und Zeit zur Besinnung dem Mysterium dieses Evangeliums nähern.

Datum

Sa, 23.10.2010 – So, 24.10.2010
Beginn: 20:00 Uhr

Veranstaltungsort

Konferenzzentrum Catharose de Petri
Chemin de l’Impératrice 2
CH–1824 Caux
SCHWEIZ

Tickets

sfr. 170.- (120 EUR), Studierende: sfr. 110.- (75 EUR)

Programm

Sa, 23.10.2010

9:30 UhrEmpfang mit Tee und Kaffee
10:30 Uhr1. Vortrag – A. Paap: Die untere und die obere Welt
12:00 UhrMittagessen
14:00 Uhr2. Vortrag – K. Dietzfelbinger: Stufen zur Befreiung
15:45 UhrPause, Kaffee und Tee
16:30 Uhr3. Vortrag – G. Friedrich: Auferstehung im Lichtkleid
18:30 UhrAbendessen
20:30 UhrSoirée musicale

So, 24.10.2010

8:00 UhrFrühstück
9:30 Uhr4. Vortrag – Hanni Studer: Die heilige Hochzeit
11:00 UhrPause, Tee und Kaffee
11:30 Uhrgemeinsames Forum mit den Referenten
13:00 UhrMittagessen und Abschluss

Zitate

„Niemand kann etwas Unvergängliches wahrnehmen, außer er wird selbst unvergänglich.”

„Wenn der Geist der Welt weht, wird Winter. Wenn der Heilige Geist weht, wird Sommer.”

„Die Ackerfrucht der Welt bedarf des Zusammenwirkens von vier Kräften. Eine Ernte wird in die Scheunen eingebracht nur durch die Wirksamkeit von Wasser, Erde, Wind und Licht. Ebenso entsteht die Frucht Gottes durch vier Kräfte: Glaube, Hoffnung, Liebe und Erkenntnis. Unsere Erde ist der Glaube, in dem wir Wurzeln fassen. Das Wasser ist die Hoffnung, durch sie ernähren wir uns. Der Wind ist die Liebe, durch sie wachsen wir. Das Licht aber ist die Erkenntnis, durch sie reifen wir.”

„Niemand kann sich ohne Licht selbst sehen, weder im Wasser noch im Spiegel. Andererseits sieht man auch im Licht nichts ohne Wasser und Spiegel. Daher ist es notwendig, mit beidem getauft zu werden: mit Licht und Wasser.”

„Diejenigen, die sagen: Zuerst stirbt man, dann ersteht man auf, irren. Wenn man nicht zuerst, noch bei Lebzeiten, die Auferstehung gewinnt, wird man im Tode nichts gewinnen … Wir müssen vollkommene Menschen werden, bevor wir aus dieser Welt herausgehen können.”

„Die Unwissenheit ist Knechtschaft. Die Erkenntnis ist Freiheit. Wenn wir die Wahrheit erkennen, werden wir die Früchte der Wahrheit in uns ernten. Wenn wir uns mit ihr vereinigen, wird sie uns als Fülle der Fülle empfangen.”

„Wenn du Mensch wirst, liebt dich der Mensch.Wirst du Geist, vereinigt sich der Geist mit dir.Wirst du Wort, vereinigt sich das Wort mit dir.Und wenn du Licht wirst, vereinigt sich das Licht mit dir.Daher glauben wir, damit wir empfangen,und wir lieben, damit wir wahrhaft geben.”[/I]

Zitate aus  „Apokryphe Evangelien aus Nag Hammadi”, neu fomuliert und kommentiert
von  Konrad Dietzfelbinger, Edition Argo, Königsdorfer Verlag, 2004.

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