Film, anschließend Podiumsgespräch

Gottes zerstreute Funken. Jüdische Mystik bei Paul Celan

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mit Rüdiger Sünner, Dr. Gunter Friedrich

Paul Celan (1920-1970) ist einer der großen deutschen Dichter des letzten Jahrhunderts. Seine Eltern kamen im Holocaust ums Leben, er selbst war als junger Mensch im Arbeitslager.
Seine Dichtung greift das Unheimliche auf, das uns aus der Welt entgegentreten kann und setzt es in einen übergeordneten Zusammenhang. Die Verse öffnen neue Dimensionen.
Celan befasste sich mit der jüdischen Mystik. Er fand dort Bilder, die ihn faszinierten. Sie berichten von einem Gott, der sich bereits zu Beginn der Schöpfung zurückgezogen hatte (Zimzum), um seinen Geschöpfen die Freiheit zugewähren. Allerdings war sein Licht noch so stark, dass die ersten Seinsformen, die nach einem eigenwilligen Weg strebten, in Millionen von Splittern und Funken zersprangen. Die „Gefäße” zerbrachen.
Nach wie vor irren die Splitter und Funken des Ursprünglichen durch die Welt. Unsere Aufgabe könnte darin bestehen, sie in einem Rettungsakt (Tikkun) einzusammeln und neu zusammenzusetzen. Dem will Paul Celan mit seiner Poesie dienen.
Rüdiger Sünner zeigt eine filmisch noch nie dargestellte Seite des Dichters. Da ist nicht nur das Tragische, Dunkle und Ausweglose – vielmehr lässt Celan an den Scherbenrändern der Welt die Restfunken aufblitzen:
In der Liebe, in der Natur, in der Sehnsucht, in der Beschwörung des Lebens als ewigem Geheimnis.
Drehorte des Films:
Berlin, Paris, Krakau, Jerusalem, Safed, Bretagne, Schwarzwald
Eines der Gedichte Paul Celans beginnt mit den Worten:
Sprich auch du,
sprich als letzter,
sag deinen Spruch.
Sprich –
doch scheide das Nein nicht vom Ja.
Gib deinem Spruch auch den Sinn:
Gib ihm den Schatten.

Datum

So, 02.04.2017
Beginn: 15:00 Uhr

Veranstaltungsort

Filmforum NRW e.V. im Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1 (am Hbf)
50667 Köln
Deutschland

Tickets

8,50 €, ermäßigt 6,50 €

Mitwirkende

Rüdiger Sünner

ist freier Autor, Filmemacher und Musiker und lebt in Berlin. Seine vielfältigen Publikationen und Filme beschäftigen sich vor allem mit Grenzgebieten, so etwa
– Schwarze Sonne – Mythologische Hintergründe des Nationalsozialismus (1996),
– Das kreative Universum – Naturwissenschaft und Spiritualität im Dialog (2010),
– Nachtmeerfahrten – Eine Reise in die Psychologie C. G. Jungs (2011),
– Zeige deine Wunde – Kunst und Spiritualität bei Joseph Beuys (2015).

Dr. Gunter Friedrich

(Gesprächspartner beim Podiumsgespräch) hat als Jurist gearbeitet und ab 2006 die Stiftung Rosenkreuz mit aufgebaut.
Er hält Vorträge im Rahmen der Arbeitsgebiete der Stiftung (Zusammenwirken von Wissenschaft, Philosophie, Kunst und spiritueller Erkenntnis), verfasst Beiträge für Zeitschriften und Veröffentlichungen der Stiftung … und liebt die Gedichtkunst.

Programm

15:00 UhrBegrüßung
15:15 UhrFilmbeginn
16:15 UhrPodiumsgespräch
16:45 UhrEnde der Veranstaltung
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