Vortrag

Das überwindende Licht des Friedens

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Vortrag von Ineke van der Willigen

Sie kennen sicher alle die folgenden Worte:
Und Gott sprach: „Lasset uns Menschen machen nach Unserem Bilde, nach Unserem Gleichnis.” – Und Gott sah, dass es gut war.

Die Universelle Weisheit lehrt uns, dass es hier um den wahren, den ursprünglichen Menschen geht, um den Mikrokosmos in seiner vollkommenen, von Gott beabsichtigten Offenbarung.

In unserem Mikrokosmos befindet sich als einziges Überbleibsel dieses göttlichen Seinszustandes das latente Uratom, gleichsam schlafend – nicht wirksam. Darin liegt das Bild des wahren, ursprünglichen Menschen verborgen. Unaufhörlich geht von der Göttlichen Naturordnung ein Ruf aus, um das Uratom wieder zu erwecken. Der einzige, essentielle und immer wiederkehrende Auftrag an jeden Menschen, der von innen heraus die ewige Wirklichkeit sucht, lautet: Kehre zurück zum Herzen deines Mikrokosmos!
Im Evangelium des Buddha lesen wir:

„O Gesegneter, du hast die Wahrheit offenbart, sie ist auf Erden erschienen, und das Königreich der Wahrheit ist gegründet. Aber es findet sich kein Ort für die Wahrheit im Raum, obwohl dieser ohne Ende ist. Es ist kein Platz für die Wahrheit im Gefühl, weder in seinen Freuden noch in seinen Schmerzen. Ebenso wenig ist Platz für die Wahrheit im Verstand.”

Und dann wird schließlich ein Ort gefunden, wo die Wahrheit in all ihrer Herrlichkeit wohnen kann: Dieser Ort ist das Herz des Menschen.

Der Ruf, der Geist der Wahrheit wohnt im Herzen der kleinen Welt, die der Mensch ist. Aber der Mensch, daran gewöhnt, die flüchtige Realität, die mit den Sinnen wahrgenommen werden kann, für die Wahrheit anzusehen, kann den Ruf im eigenen Herzen nicht mehr hören. So wendet er sich von der Göttlichen Sonne ab, steht mit seinem Rücken zum Licht und richtet seine Aufmerksamkeit stets auf die Probleme und Ereignisse der ihn umringenden Welt. Er sieht seinen eigenen Schatten als eine dunkle Kreuzesform vor sich projiziert. Das ist die düstere Form des unauflöslichen Leidens der Dialektik, das den Menschen bei jedem Schritt begleitet. Deshalb erklingt unaufhörlich der Ruf: „Kehre dich um!”

Und wir sind dazu imstande! Denn es gibt einen Plan Gottes mit Welt und Menschheit! „Gott lässt nicht fahren die Werke Seiner Hände.”

Durch alle Zeiten hin hat es Botschafter gegeben, die diesen Plan bekannt gemacht und ihn der Menschheit vorgelebt haben. Sie haben für den Menschen, mit dem Menschen und durch den Menschen gearbeitet.

Von Sekunde zu Sekunde existiert die Christuskraft; in jedem Augenblick ist das Licht in uns wirksam, vielleicht sogar als ein verzehrendes Feuer, wenn wir noch mit dem Rücken zum Licht stehen. Bis uns bewusst wird, dass wir uns umwenden müssen, bis wir dem Christusgeist in unserem System den Platz bereiten, der Ihm zukommt. Wenn dies gelingt, dann ist von diesem Moment an seine Wirksamkeit als verzehrendes Feuer vollkommen hinweggefegt, dann ist Er der Große Vollender, und dann erst werden wir zu Menschen nach Seinem Bild und Gleichnis.

Durch Transfiguration wird unser System umgewandelt zum leuchtenden Kreuz der Überwindung, unser Leiden zum Mit-Leiden, der Liebe Christi, die in der Welt die Kraft zur Zerbrechung als Anstoß zur Umwendung für die ganze Menschheit freimacht.
In dem Buch „Das Siegel der Erneuerung” von Frau Catharose de Petri, der Mitgründerin dieser Geistesschule, lesen wir über diesen Strom der Wahrheit:
„Ein mächtiger Strom der Wahrheit, der Entschleierung der kommenden Dinge wird sich in der Welt manifestieren. Wie durch eine Sturzflut werden alle Länder und Völker durch diese Wahrheit in Bewegung kommen, wie bereits überall zu sehen ist. Die Welt und die Menschheit werden wie losgelöst von ihren eigenen Begrenzungen, und ihr Blick wird sich auf die interkosmischen Dinge richten, auf den Zusammenhang mit der Alloffenbarung. Dadurch wird allen bekannt werden, dass die Menschheit ein intelligenter Teil des großen Rettungsplanes werden muss. Die Wahrheit wird wie ein Mysterium das All berühren, erst hier, dann dort, im einen Augenblick wie ein Flüstern, im nächsten wie ein Sturmwind. Im einen Moment wird sie über kaum vermutete und fast unbegreifliche Dinge sprechen, dann wieder wird sie sich auf klare Weise offenbaren.”

Wir hoffen, dass in Ihrem tiefsten Wesen eine innerliche Saite berührt und zum Leben erweckt worden ist, zu einer Umwendung zur mächtigen Strahlungskraft des Christus: dem überwindenden Licht des Friedens. Zum Schluss stellen wir Sie vor eines unserer Tempellieder:

„Ein Ruf in dieser Welt erklingt,
der allen Menschen gilt.
Sein Klang an lauschend Ohren dringt,
sein’ Tragkraft alles füllt.
Und sie, die diesen Ruf verstehn,
empfangen neue Kraft beim Gehn.
Die Gottesstimme, uns geschenkt,
aus Finsternis zum Licht uns lenkt
mit fester Hand
ins winkend Vaterland.
Nach Dämmerung und Dunkelheit
erglänzt das Licht so hell,
darin in Unerschöpflichkeit
strömt ein verborgner Quell.
Das Geistesfeuer ist entfacht,
es strahlt und glänzt mit aller Macht.
Gerufen durch das Weltenherz,
erhebt sich über Hass und Schmerz
die Tat als Kraft
zu Herrlichkeit und Macht.”

Übersetzung: Ursula Klee
Foto: Christel Achenbach
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