Alchemie

Der Hymnus Christi

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Bevor er von den gesetzeswidrigen Juden… ergriffen wurde,
versammelte er uns alle und sprach:
„Bevor ich preisgegeben werde, wollen wir dem Vater lobsingen
und dann hinausgehen zu dem, was bevorsteht.”
Wir bildeten einen Kreis, indem wir einander bei den Händen hielten.
Er trat selbst in die Mitte und sagte: „ Antwortet mir mit Amen!”
Er begann also einen Hymnus zu singen und zu sagen.
Wir umtanzten ihn und antworteten mit: Amen.

1. Ehre sei dir, Vater!
Ehre sei dir Logos, Logos!
Ehre sei dir, Gnade! – Amen.

2. Ehre sei dir Geist!
Ehre sei dir Heiliger!
Ehre sei deiner Ehre! – Amen.

3. Wir preisen dich, Vater!
Wir danken, dir, Licht,
in dem keine Finsternis wohnt. – Amen.

Wofür wir aber danken, sage ich:

4. Gerettet werden will ich,
und retten will ich. – Amen.

5. Gelöst werden will ich,
und lösen will ich. – Amen.

6. Verwundet werden will ich,
und verwunden will ich. – Amen.

7. Gezeugt werden will ich,
und zeugen will ich. – Amen.

8. Essen will ich,
und gegessen werden will ich. – Amen.

9. Hören will ich,
und gehört werden will ich. – Amen.

10. Gedacht werden will ich,
der ich ganz Gedanke bin. – Amen.

11. Gewaschen werden will ich,
und waschen will ich. – Amen.

Die Gnade tanzt.

12. Flöten will ich,
tanzet all. – Amen.

13. Ein Klageleid anheben will ich,
die Trauergebärde vollführt alle. – Amen.

14. Die eine Achtheit
Lobsingt mit uns. – Amen.

15. Die zwölfte Zahl
Tanzt oben. – Amen.

16. Dem All zu
gehört der Tanzende. – Amen.

17. Wer nicht tanzt, begreift nicht,
was sich begibt. – Amen.

18. Fliehen will ich
und bleiben will ich. – Amen.

19. Schmücken will ich,
und geschmückt werden will ich. – Amen.

20. Geeint werden will ich,
und einen will ich. – Amen.

21. Ein Haus habe ich nicht,
und Häuser habe ich. – Amen.

22. Eine Stätte habe ich nicht,
und Stätten habe ich. – Amen.

23. Einen Tempel habe ich nicht,
und Tempel habe ich. – Amen.

24. Eine Leuchte bin ich dir,
der du mich siehst. – Amen.

25. Ein Spiegel bin ich dir,
der du mich erkennst. – Amen.

26. Eine Tür bin ich dir,
der du an mir anklopfst. – Amen.

27. Ein Weg bin ich dir,
dem Wanderer. – Amen.

28. Wenn du Folge leistest
meinem Reigen,

29. sieh dich selbst
in mir dem Redenden,

30. und wenn du gesehen hast, was ich tue,
schweige über meine Mysterien.

31. Der du tanzt, erkenne
was ich tue, weil dein ist

32. dieses Leiden des Menschen,
das ich leiden werde.

33. Du könntest nämlich überhaupt nicht erkennen,
was du leidest,

34. wenn ich dir nicht als Logos
vom Vater gesandt wäre.

35. Der du sahst, was ich leide,
als Leidender sahst du mich,

36. und als du sahst, bliebst du nicht stehen,
sondern gerietest in Bewegung.

37. In Bewegung geraten, weise zu werden,
hast du mich als Ruhelager,
ruhe aus in mir.

38. Wer ich bin,
wirst du erkennen,
wenn ich fortgehe.

39. Wofür man mich jetzt ansieht,
das bin ich nicht;

40. Was ich bin,
wirst du sehen,
wenn du kommst.

41. Würdest du das Leiden kennen,
das Nicht-Leiden würdest du haben.

42. Das Leiden erkenne,
und das Nicht-Leiden wirst du haben!

43. Was du nicht weißt,
ich selbst will es dich lehren.

44. Dein Gott bin ich,
nicht des Verräters.

45. Ich will,
dass ausgerichtet werden
heilige Seelen nach mir.

46. Das Wort der Weisheit erkenne!

47. Was mich betrifft,
wenn du erkennen willst,
was ich war:

48. Mit dem Wort habe ich alles verspottet
und bin durchaus nicht verspottet worden.

49. Ich hüpfte;
du aber begreife das Ganze,

50. und wenn du es begriffen hast, sage:
Ehre sei dir, Vater!
Wiederum sage mir:

51. Ehre sei dir, Vater!
Ehre sei dir Logos!
Ehre sei dir Heiliger Geist. – Amen.

Johannesakten: Allgemein zu den apokryphen Schriften des Neuen Testamentes gehörend
wurden im Konzil von Nicäa 787 als unglaubwürdig verworfen.
Frühestes Zeugnis bei Clemens von Alexandria sowie Bezug
durch das manichäische Psalmbuch auf die Andras-, Johannes- und Thomasakten.

2 Kommentare
  • Stefan ReiterBeantworten

    Ein Tänzer bin ich,sprach Zarathustra.Dem kosmischen Menschen nähert sich nur, der sein Leben als Tanz beginnt.

  • Andreas Albert VolkBeantworten

    Ehre sei dem,der und durch jenen wir fristen auf Erden.
    Er wird uns su sich rufen wenn unser irdisch Werk vollendet.

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