Kunst

Paul Celan und die Jüdische Mystik

Covermotiv. o.Schrift

Diesen Artikel empfehlen:

Rüdiger Sünner hat einen neuen Film produziert:

Gottes zerstreute Funken – jüdische Mystik bei Paul Celan.

Die Dichtung Paul Celans gilt als dunkel und von der Katastrophe der Shoah überschattet. Doch Celan gab auch nach 1945 die Suche nach einem spirituellen Weltbild nicht auf, das er in Bildern der jüdischen Mystik fand. Sie sprachen von einem Gott, der sich bereits zu Beginn der Schöpfung zurückgezogen hatte („Zimzum”), dessen Licht aber immer noch so stark war, dass es die ersten Seinsformen in Millionen von Splittern und Funken zersprengte („Bruch der Gefässe”). Diese irren nach wie vor durch die Welt und es ist unsere Aufgabe, sie im Rettungsakt des „Tikkun” einzusammeln und neu zusammenzusetzen. Der Film „Gottes zerstreute Funken” betrachtet Celans Gedichte durch die Optik dieser „versehrten Theologie”, wodurch eine neue Qualität sichtbar wird. Celans Sprache beschwört nicht nur das Tragische, Dunkle und Ausweglose, sondern lässt an den Scherbenrändern der Welt die Restfunken aufblitzen: in der Liebe, in der Natur, in der Sehnsucht, in der Beschwörung des Lebens als ewiges Geheimnis. In seiner berühmten Rede „Der Meridian” nannte Celan die Poesie eine gesteigerte Form von Aufmerksamkeit, mit dem von Nicolas Malebranche entliehenen Zusatz: „Aufmerksamkeit ist das natürliche Gebet der Seele”.

Die Premiere findet am 28. Februar 2017 in der Urania Berlin statt.

Sie sind herzlich eingeladen.

Link zum Trailer

Link zur Urania Berlin

1 Kommentar
  • Gisela HildebrandtBeantworten

    Sicher ein Film von großem Interesse

Ihr Kommentar