Kultur

Klang der Weltseele III

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Die Stiftung Rosenkreuz veranstaltet am 30. und 31. Mai 2015 im Rahmen einer Sommerakademie in Birnbach/ Ww., Auf der Höhe 6, ein Symposium mit dem Thema „Klang der Weltseele – Spirituelle Wege im 21. Jahrhundert” mit der Sri Aurobindo-Bewegung, dem Sufitum, der Foundation for Higher Learning sowie dem Lectorium Rosicrucianum.
 
Zur Anmeldung geht es hier.
 
Hat je ein Mensch sich zur Weltseele geäußert? Gern wird der Begriff verwendet, als wäre er für jeden selbstverständlich. Die Spur und der Klang der Weltseele reichen weit zurück. Heute versuchen wir die Weltseele in der aktuelleren Literatur näher zu kommen.
 
Carl Gustav Jung 1875 – 1961
 
Carl Gustav Jung greift zum Thema „Weltseele” in seinem Buch „Aion” das Bild der sog. 3. Sohnschaft auf, indem er die Unbewusstheit (die Sphäre des dunklen, schweren Körpers) sowie den „filius philosophorum” und den „filius macrocosmi” beschreibt. Er formuliert, dass der letzte, also der makrokosmische Sohn der im Stoff schlafenden Weltseele entspricht.
 
Vielleicht bietet es sich an, seine Gedanken noch etwas weiter auszuführen, um einigermaßen Jungs strukturelle Betrachtung zu verstehen. Im Prinzip sieht Jung folgende Aufteilung der sog. Trichotomie (Dreiteilung):
  • 1. Sohnschaft: Christus des Demiurgen = Geist, das Feinste und Oberste.
  • 2. Sohnschaft: Christus des obersten Archonten = Seele gröber als Geist, aber hat die  Flügel des Adlers.
  • 3. Sohnschaft: Jesus, Sohn Marias = Körper entbehrt des Lichtes, aber enthält göttlichen Keim.
 
Jung greift in seinen Ausführungen auf den Gnostiker Basilides (85 – 145 n.Chr.) zurück, der bereits sehr früh die Dreiteilung postulierte und dem Stofflichen eine unerwartet wichtige Bedeutung zukommen ließ, indem er davon ausging, dass im Körperlichen ein Drittel der geoffenbarten Gottheit ruhe. Der Gedanke, der Materie eine große mystische Bedeutung zuzumessen ist also schon recht alt. Die Alchemie und nicht zuletzt die moderne Naturwissenschaft haben versucht, nach und nach die Bedeutung der Materie zu erforschen. Der Quantenphysiker Heisenberg, 20. Jahrhundert, sagt im Zusammenhang mit diesem Phänomen in etwa: „Willst du aus dem Becher der Wissenschaft einen Schluck nehmen? Sei gewarnt, du wirst zum Atheisten, aber auf dem Grunde des Bechers findest du Gott.”
 
C. G. Jung bezieht sich auch auf Platons Timaios. Seit diesem gilt die Seele als „rund”, als das Runde, d.h. die anima mundi dreht sich mit dem Weltenrad, dessen Nabe der Pol ist. Dort befindet sich das Herz, der Mercurius, der die anima mundi ist. Bei Platon und Plotin ist die Beseelung der Welt das „Bewegende”. Jung spricht vom Motor des Himmels. Weiter führte er aus, dass im 17. Jahrhundert der Geist der Welt als Weltseele bezeichnet wurde, d.h. eine lange Zeit wurde Weltseele und Weltgeist gleichgesetzt.
 
In der Bibel brütete der Geist Gottes über den Wassern. Dieser Urstoff gilt als „rund” bzw. kugelförmig, wie das Weltall. Dieser Urstoff ist demnach der Geist Gottes und zugleich die Weltseele.
 
Beschädigung der Weltseele
 
Sowohl Platon als auch Plotin gehen von einem Absturz, einem Fall der Seele aus, wenn die Seele „sich selbst gehören will.” Damit beginnt die Abwendung vom „Einen”. Die Seele missachtet sozusagen den Zusammenhang aller Wesen und deren Entwicklung. Dadurch missachtet einer den anderen. Auch wenn Ficino davon ausgeht, dass Eros, die Liebe, die Seelen wieder in den Götterhimmel zurückführt, unterstellt er ja, dass Seelen dieser Rückführung bedürfen, dass sie gesunkene Wesen sind. Viele alte Denker u.a. auch Plutarch (45 -100 nach Chr.) konstatieren die Existenz des Übels, als Mangel der Weltseele.
 
Lassen Sie mich darum noch einen aktuellen Bezug herstellen, der aber nicht neu ist. Im Dzyan, einer der ältesten Schriften der Menschheit wird ebenfalls auf einen Mangel, einen Fleck auf der Weltseele hingewiesen. Es ist nicht bekannt, ob das Werk aus dem alten China stammt, oder der Menschheit in einer unbekannten Sprache übertragen wurde. Zum Teil wurde es von Helena Petrovna Blavatzky  selbst bzw. von der Theosophie nach ihrer Zeit übertragen und kommentiert. Hier wird Tacheles geredet:
 
Dieser Mangel der Weltseele entstand durch
  • die Unbrüderlichkeit des Menschen
  • die Unmenschlichkeit dem Menschen gegenüber
  • Rudolf Steiner beschreibt es so: Die Weltseele liegt ausgespannt, gekreuzigt auf dem Weltenleib. Die Weltseele, die durch Pflanze, Tier und Mensch geht, befindet sich in den Leibern, die das Kreuz darstellen.
 
Kann nun dieser Fleck ausgelöscht und die Weltseele gereinigt werden? Gibt es Gedanken oder Taten, den Mangel zu beheben?
 
Ja, es gibt Denkansätze, durch Handlungen des Reinigens, die ich mit folgenden Schlagworten umschreibe. Es sind Vorschläge durch geändertes Bewusstsein das Ätherfeld zu reinigen:
  • Erkennen der Wahrheit, dass wir die Verursacher sind.
  • Erkennen, dass Bruderschaft das Grundgesetz des Lebens ist.
  • Erkenntnis, dass der Mensch bereitwillig und selbstlos, um des Ganzen willen, sein bestes Leben und seine beste Kraft hingibt.
  • Solches Handeln hebt das Ganze an.
  • Solches Handeln führt zum Ausgleich (Ausgleichgesetz).
  • Dieses Handeln fördert die eigene Evolution.
  • Es geht um die Erkenntnis, dass alle Existenz komplex zusammenhängt (vom geringsten Quant bis zu den Galaxien).
  • Die Erkenntnis: Niemand kann steigen oder fallen, ohne die Entwicklung des Ganzen zu fördern oder zu verzögern.
  • Dann entsteht ein Bewusstsein der gewaltigen Verantwortung, die uns das Leben auferlegt. Diese Verantwortung übernehmen die nach dem Geistigen strebenden spirituellen Gruppen.
  • Was Not tut: Die Saiten der menschlichen Natur müssen auf das Musik-Instrument universeller Liebe und Gerechtigkeit gestimmt werden.
  • Der Mensch wird dann die Freude empfinden, die Freude einer wahren Seelenbruderschaft.
  • Ein neuer Klang wird vernehmbar.
  • Harmonischer Klang erfüllt uns.
  • Friede im Himmel und auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen, wird die Folge sein.
 
 
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