Gnosis

An den Leser der Weisheit…

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Im Jubiläumsjahr 2014 erschien ein außerordentlich reichlich bebilderter Ausstellungskatalog der Bibliotheca Philosophica Hermetica. Lesen Sie hier das Vorwort. Zu beziehen ist das Buch beim DRP – Rosenkreuz – Verlag für 30,00 €. Bestellung hier:

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Göttliche Weisheit – Göttliche Natur

Das Vorwort zur Fama und Confessio Fraternitatis R.C. in der Frankfurter Ausgabe von 1615 wendet sich an den „Leser, der Weisheit versteht” und beginnt mit einer Definition von Weisheit nach dem Verständnis von Salomon. Sie ist „ein unendlicher Schatz, denn sie ist der Atem der göttlichen Kraft und ein Strahl der Herrlichkeit des Allmächtigen; sie ist ein Abglanz des ewigen Lichtes, ein unbefleckter Spiegel der göttlichen Macht und ein Bild seiner Güte”. Da der Herausgeber sich nicht vorstellen konnte, „dass es jemanden gebe, der diesen göttlichen Schatz nicht erwerben wolle”, so lesen wir, hat er beschlossen die Fama und die Confessio zu veröffentlichen, „weil in denselben klar angezeigt und offenbart wird,  was für Hoffnungen der Welt zu erwarten bleiben”:

Jetzt will die selige Morgenröthe anbrechen. Im Licht dieses Tages können alle himmlischen Schätze der göttlichen Weisheit und auch alle verborgenen, unsichtbaren Geheimnisse der Welt, der Lehre der ersten Väter zufolge, wahrhaft erkannt und gesehen werden.

Das wird dann der rechte königliche Rubin sein, der edle, leuchtende Karfunkel, von dem gesagt wird, daß er einen feurigen Glanz besitze und im Finstern leuchte, ein vollkommenes Heilmittel für alle Körper sei, unedle Metalle in bestes Gold verwandle und den Menschen alle Krankheit, Angst, Not und Trübsal abnehmen könne.

Die Gaben des allein weisen und gnädigen Gottes werden am Beginn der Fama ausführlich besprochen. Er goss seine Gnade und Güte über die Menschheit aus, damit diese in der Lage sei, Wissen über seinen Sohn und die Natur zu erlangen und über die Hälfte der bis dahin unbekannten und verborgenen Welt, die ihr nun enthüllt wurde. Gott hat, so heißt es weiter, erleuchtete und weise Männer geschickt, die die unvollkommenen Künste wieder zu ihrem Recht bringen, „damit der Mensch doch endlich seinen Adel und seine Herrlichkeit erkenne und verstehe, welcher Art der Mikrokosmos ist und wie weit sich seine Kunst in der Natur erstreckt”.

Es folgt ein wohl erwogenes und gedanklich ausgefeiltes Reformprogramm, durch das die Verfasser der Fama zum Ausdruck bringen, dass die Zeit reif sei, dass die Menschheit ihre Verantwortung für die erschaffene Welt erkenne. Die Fama richtet sich an „die Häupter und Gelehrten Europas” und ruft sie auf, die Fehler der Kirche und der Moralphilosophie zu beheben und „die verunreinigten, unvollkommenen Künste” und Wissenschaften zu reinigen, die neuesten Entdeckungen bekannt zu machen und „aus allen Fakultäten, Wissenschaften, Künsten und der gesamten Natur gewisse, unfehlbare Axiome zusammenzustellen”. Diese würden sich „wie in einem Globus nach dem einzigen Mittelpunkt richten” und „wie bei den Arabern gebräuchlich, allein den Weisen als Regel dienen”. Gelehrte und Wissenschaftler sollten einander – nach dem Vorbild der Weisen von Fez – vor allem wohlgesonnen sein, gleichgültig ob sie auf dem Gebiet der Mathematik, Physik, Medizin, Kabbala oder Magie arbeiteten. Von deren Geist der Zusammenarbeit wurde Christian Rosenkreuz, der Gründer der Bruderschaft des Rosenkreuzes, ermutigt; er fand darin „einen noch besseren Grund für seinen Glauben, der völlig mit der Harmonie der ganzen Welt übereinstimmte und auch allen Zeitaltern wunderbar seinen Stempel aufgedrückt hatte”.

Die von der Bruderschaft vorgeschlagene Reformation zielte darauf ab, universelles Wissen und Weisheit zu teilen und es zur Synthese zu bringen, gemäß dem schönen Vergleich, „dass genauso wie in jedem Kern ein ganzer Baum oder eine Frucht enthalten ist, auch die ganze große Welt (gleichsam) in einem kleinen Menschen vorhanden ist, dessen Religion, Politik, Gesundheit, Glieder, Natur, Sprache, Worte und Werke, alle im gleichen Klang und gleicher Melodie, mit Gott, Himmel und Erde harmonieren”. Die Verfasser der Fama betonen, dass in ihrer Philosophie nichts Neues sei. Was allein zählt, ist, dass alles Wissen und alle Weisheit nun tatsächlich ausgebreitet und angewandt werden. Die Fama gibt auch den Hinweis auf eine Methode, mit der die Weisheit und das Wissen am besten angewendet werden können. Sie berichtet, dass die Bruderschaft ein Haus des Heiligen Geistes gebaut und ein umfassendes Handbuch allen Wissens herausgegeben hat, das ihren Mitgliedern Zugang sowohl zu der geheimen als auch der veröffentlichten Philosophie ermöglicht. Sodann hätten die Brüder beschlossen, die Welt zu bereisen, um es den Gelehrten zu ermöglichen, ihre Axiome zu prüfen. Sie hätten vereinbart, sich einmal im Jahr zu treffen, um gemeinsam zu arbeiten und ihre Axiome „in höchster Einigkeit, größter Verschwiegenheit und jeder nur möglichen Sanftmut untereinander” zu verbessern.

Obwohl die erste Ausgabe der Fama von 1614 nicht autorisiert war, zeigt das Vorwort zur zweiten Ausgabe von 1615, die auch die Confessio Fraternitatis enthält, dass die Verfasser keinerlei Zweifel aufkommen lassen wollten in Bezug auf die von ihnen beabsichtigte Reformation. Dass ihre „Fama” aber für gewaltige Furore sorgte, hatten sie nicht vorausgesehen.

Diese neue Veröffentlichung  der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Göttliche Weisheit – Göttliche Natur – Die Botschaft der Rosenkreuzer-Manifeste in der Bildsprache des 17. Jahrhundert – anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Rosenkreuzer-Manifeste in 2014-2015-2016, lenkt den Blick auf ein außergewöhnliches Spektrum an Bildmaterial, das in Deutschland im frühen 17. Jahrhundert erschien. Es entstammt teilweise dem direkten Umfeld des Tübinger Kreises, durch den die Rosenkreuzer-Manifeste inspiriert wurden, und teilweise anderen künstlerischen Quellen, welche die Beziehung von Gott und Natur sowie von Makrokosmos und Mikrokosmos zum Thema haben. Die Bilder waren Teil der Werke von verschiedenen Autoren: wie Heinrich Khunrath, Daniel Mögling, Stephan Michelspacher, Robert Fludd und Michael Maier. Die Bücher wurden an verschiedenen Orten veröffentlicht: in Hanau, Frankfurt, Augsburg and Oppenheim. Es ist sicherlich kein Zufall, dass der Hauptteil der Werke in den Jahren 1616-1618, nach der Veröffentlichung der Rosenkreuzer-Manifeste, erschien.

Eine Ausnahme ist Khunrath, dessen Amphitheatrum sapientiae aternae früher erschien und ausführlich besprochen wird. Wie Carlos Gilly in seinem ausgezeichneten Aufsatz „Khunrath und die Entstehung der frühneuzeitlichen Theosophie” schreibt, zielte  Khunrath mit seinem Amphitheatrum nicht darauf ab, „eine systematisch-theoretische Enzyklopädie der Theosophie zu schreiben, sondern ein regelrechten theosophische Schauplatz oder ein hermetisches Theatrum zu schaffen, um so alle Symbole und Begriffe der neuen Naturphilosophie in unterschiedlichen Bildern und Szenen visuell begreifbar und erlebbar zu machen”.

Das verschwenderisch illustrierte Werk von Daniel Mögling mit dem Titel Speculum Sophicum Rhodo-Stauroticum ist tatsächlich oft als „Viertes Rosenkreuzer-Manifest” bezeichnet worden; es entstand definitiv unter dem Einfluss der Rosenkreuzer-Bruderschaft. Daniël Mögling lässt sein kunstvolles Speculum Sophicum Rhodo-Stauroticum Universale von 1618 mit Khunraths Worten aus dem Amphitheatrum beginnen, nicht nur um den in den Manifesten R.C. stark kritisierten „amphitheatralischen Histrion” Khunraths zu rehabilitieren, sondern auch dem von Andreae neu eingeschlagenen Kurs gegenüber alchemo-theologischen Tendenzen in der Rosenkreuzerbewegung entgegenzutreten – wofür er eine neue Terminologie benötigte, die er mit Begriffen wie „Arbor pansophiae”, „pansophische Studien”, „pansophische Weißheit” – oder in einem Wort: „Pansophia Rhodo-Staurotica” zusammenfasst.

Drei der anderen Autoren, Fludd, Maier und Michelspacher, waren Fürsprecher der Rosenkreuzer-Bruderschaft, aber auch das einzige Werk, das vor dem Erscheinen der Rosenkreuzermanifeste  veröffentlicht wurde, Khunraths Amphitheatrum Sapientiae Aeternae, überbringt dem aufmerksamen Leser die gleiche Botschaft wie die anderen Werke. Der Impuls hinter den bildhaften Darstellungen und der Botschaft der Rosenkreuzer-Manifeste ist eng mit dem Werk des legendären Hermes Trismegistus verbunden, das durch die Übersetzung des Corpus Hermeticum in der Renaissance erneut ins Bewusstsein rückte. Khunraths Amphitheatrum überträgt in einer rechteckigen Figur einen wichtigen Teil der Tabula Smaragdina auf Lateinisch und Deutsch. In zwei weiteren Figuren des Amphitheatrum werden die Smaragdische Tafel des Hermes im Inneren des Berges gezeigt, die zur Zitadelle oder Festung der Naturgeheimnisse („Arx Sapientiae” mit dem Stein der Weisen in der Mitte) führt, wo sich das „Oratorium” und das „Laboratorium” des Theosophen befindet.

Es gab zu jener Zeit aber auch noch andere große Geister, die nach einer allgemeinen Reformation der Welt verlangten. Einer von ihnen, Jan Amos Comenius, versprach in seiner privaten Korrespondenz mit dem Autor der Fama und der Confessio, Johann Valentin Andreae, die Flamme der Reformation brennend zu erhalten, falls sie zu erlöschen drohe. Als er 1668 schließlich sein pansophisches Werk Via Lucis in Amsterdam veröffentlichte, erklärte er in einer Widmung an die Royal Society den Zweck des Buches. Es wolle die Menschen auf ihre Größe und gleichzeitig auf den unfehlbaren Weg des Lichtes aufmerksam machen, durch den sie wahres Glück erreichen: „Denn das wäre in der menschlichen Natur die wahrhaftigste Erneuerung zur Gottesebenbildlichkeit, wenn niemanden mehr befohlen würde, etwas gegen seinen Willen zu wollen, etwas für sinnvoll zu halten, ohne den Sinn zu verstehen oder etwas unter Zwang zu tun. Denn eben dies bedeutet ein vergebliches Wollen, Auffassen und Handeln, wodurch das Ebenbild Gottes im Menschen zerstört wird”. Im fünften Kapitel seines Werkes beschreibt Comenius leidenschaftlich, welche Form diese Erleuchtung annehmen könnte: „Wenn das Licht der so gearteten Weisheit entfacht werden kann, wird es sich auch über den ganzen Bereich des Menschlichen Verstandes verbreiten können […] und es wird auch in der Lage sein, den Menschen Freude zu bereiten und schließlich deren Willen umformen. Sobald nämlich die Menschen in jenem außergewöhnlichen Licht die Zweckbestimmungen ihrer selbst und der Dinge klar vor Augen haben und auch die Mittel zum Erreichen der guten Zwecke auf unfehlbare Weise zu gebrauchen wissen – warum sollten sie diese dann nicht auch gebrauchen? O wie sehr ist es also zu wünschen, dass ein derartiges Licht aufscheint! Er ist zu wünschen im Hinblick auf Gott und in Hinblick auf die Menschen.”

Göttliche Weisheit – Göttliche Natur beabsichtigt, die in den „Ikonentexten” enthaltene Weisheit vom Beginn des 17. Jahrhunderts bekannt zu machen. Auf höchst kunstvolle Weise drücken sie aus, dass es ein heiliger Akt ist, das Buch der Natur zu untersuchen und dass die Schöpfung selbst der Beweis göttlicher Weisheit ist. Lassen Sie mich Ihnen einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, was Sie bei dieser Entdeckungsreise erfahren können: Wie Heinrich Khunrath in seinem Amphitheatrum erklärt, sind die Kupferstiche als Hilfe für den Sucher nach wahrer Weisheit gedacht. Der zweite runde Kupferstich „Erkenne Gott, erkenne dich selbst: der Prozess der Schöpfung” zum Bespiel zeigt uns, dass der Kreis für das göttliche Reich steht, als ein Symbol für nicht endende Vollkommenheit. Das menschliche Reich wird symbolisiert durch die geometrische Form des Dreiecks und des Vierecks, die teilbar sind. Die Botschaft des Kupferstichs ist, dass der Mensch – sobald er die göttlichen Gesetze und Gebote, die im Kreis eingraviert sind, befolgt – in der Lage sein wird, seine innere Gespaltenheit zu überwinden und sich mit dem Göttlichen zu vereinigen.

Michael Maier bezieht sich in Emblem XXI seines Werkes Atalanta Fugiens auf das gleiche Thema, indem er geometrische Figuren benutzt, um den Zusammenhang zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos aufzuzeigen. Die Abbildung zeichnet buchstabengetreu das Motto: „Mache aus Mann und Frau einen Kreis, daraus ein Quadrat, aus diesem ein Dreieck, daraus einen Kreis und du hast den Stein der Weisen.” Am Ende seines Kommentars betont Maier, dass die Bedeutung und das schließliche Ziel des alchemischen Prozesses in der Rückkehr zur Monade liegt, das heißt, zu Gott, in dem Ruhe und ewiger Friede herrschen. Maier stellt die Weisheit der Rosenkreuzer auf eine Ebene mit einem der ältesten alchemistischen Texte, den der Tabula Smaragdina, die Hermes zugeordnet wird. Mit ihr beginnt Maier seine Serie von Emblemen. Er bezieht sich dabei auch auf Plato, „diesen exzellentesten Philosophen, der der Meinung war, dass die Vorstellungen oder Ideen, die die Basis von Kunst und Wissenschaft sind, sozusagen dem menschlichen Geist eingraviert sind, und dass wir durch Wiederholung und Erinnerung jegliche Art des Lernens ausüben und verstehen können”. In seinem Silentium post clamores schreibt Maier schließlich, dass für ihn die Geheimnisse der Natur von gleicher Art seien wie die, zu denen sich die Bruderschaft bekennt.

In einem Brief an seinen Freund Bonaventura Reihing rief Daniel Mögling 1617 aus: „Ich wünschte, die Welt wäre meine Schule, verschiedene Länder meine Lehrer, menschliches Handeln meine Bücher, der Gedankenaustausch mit anderen meine Buchstaben, Fürstenhöfe meine Hörsäle, und ich in alledem der Prüfstein.” Er beteuerte, dass jegliches Verstehen der Schöpfung auf dem Verstehen Gottes basiere: „Dies nennt man die Pansophia Rhodostaurotica, sie ist des Menschen höchste Vollkommenheit in dieser Welt, in der alle Schätze verborgen sind.” Der Kupferstich, der in diesem Vorwort abgebildet ist, betont die nahe Beziehung zwischen Mögling und Reihing. Er gehört zu dem Sendschreiben „An die Brüderschafft deß Hochlöblichen Ordens deß Rosencreutzes”, abgedruckt in Möglings Pandora sextae aetatis. Der Autor des Sendschreibens, der sich einen Forscher der Medizin, Theosophie, Alchemie und Philosophie nennt, ist S.W.R.B., dessen Initialen Christoph Besold in seinem Exemplar folgendermassen auflöste: Bonaventura Reihing Württemb. Stuttgardianus. Der Kupferstich in Reihings Sendschreiben ist deutlich inspiriert durch Möglings „an den Begierigen nach Weisheit” gewidmeten Speculum. Der Satz unten im Kreuz „Hinc Sapientia” bedeutet „von hier kommt die Weisheit” und die Sprüche unter den beiden Gehilfen „Ich schwöre Schweigen” und „Ich hoffe auf die Zukunft”.

In dem Werk Geheime Figuren der Rosenkreuzer, einem Kompendium von Texten und Bildern des 16. und 17. Jahrhunderts, finden wir ein wunderschönes Bild der Sophia, die unter anderem folgendes darstellt: Gottes Weisheit, die bereits vor der Schöpfung bestand, die Vermittlerin zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen, die Tinktur von Feuer und Licht und schließlich das Gefäß der göttlichen Vorstellungskraft. In den Begriffen „Licht der Gnade” (Lumen Gratiae) und „Licht der Natur” (Lumen Naturae), die um sie herum geschrieben sind, finden wir den Einfluss des revolutionären Philosophen Paracelsus, auf den in der Fama Fraternitatis mehrmals Bezug genommen wird, insbesondere auf seine Botschaft, dass Wissen und Offenbarung aus beiden Quellen kommen, aus beiden „Büchern” Gottes, dem der Heiligen Schrift und dem der Natur.

Stephan Michelspacher wies in dem dritten seiner einzigartigen Kupferstiche auf den aufsteigenden Aspekt hin, ein gebräuchliches Thema in den Texten, Bildern und Allegorien im Mittelalter. Darin liegt auch ein versteckter Hinweis auf die Jakobsleiter oder die Verbindung zwischen der irdischen und der himmlischen Welt, so wie es in den berühmten Worten der Tabula Smaragdina heißt „Wie unten so oben und wie oben so unten”.

Robert Fludd beschreibt schließlich in seiner Abhandlung De triplici animae – die den Kupferstich enthält, der das Logo von Göttliche Weisheit – Göttliche Natur ist –, wie Gott sich durch die Anwendung dieses Wissens offenbart: „Der in Gott lebende Mensch kennt sich selbst, so als wäre er Gott und Gottes Wort. Er ist erfüllt von unaussprechlicher Freude und Glück, wenn er sich darin versenkt.”

Fludd reicht uns hier den Schlüssel, mit dem wir am besten die Botschaft der Rosenkreuzer-Manifeste, wie sie auch in den sie begleitenden Kupferstichen des 17. Jahrhunderts ausgedrückt wird, verstehen können. Sich auf Hermes beziehend, rät er uns: „Glaubt an das, was ihr seht und hört auf das Wort Gottes in euch. Oh wie edel ist das Gemüt, das unter der Leitung wahrer Weisheit sich selbst mit geistigen Augen zu sehen vermag, verfeinert durch Leben und Licht. Auf diese Weise gibt Gott uns Glück, sodass wir mithilfe wahrer geistiger Mittel freudevoll zu ihm und in ihn zurückkehren können, von welchem wir ursprünglich gekommen sind.”

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