Kunst

… als wäre der Himmel in die Wiesen gestreut …

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Was ist Schönheit? Ich erinnere mich genau, wann diese Frage in mir auftauchte. Ein Blümchen mit dem appellierenden Namen „Vergiss-mein-nicht” (Myosotis) gab den Impuls. Ich nahm Blumen als ernsthafter Kunststudent 1968 nicht ernst. Sie waren mir niedlich freundliche Harmlosigkeiten. Bis ich das „Vergiss-mein-nicht” für meine Mutter zum Geburtstag zeichnete. Das hat mich überrascht. Je länger ich die zeichnerische Konzentration auf die winzige Blume richtete, desto mehr verwandelte diese sich. Ich erarbeitete die Blüte in größerem Format, studierte das lichte Kobaltblau und das komplementäre Orangegelb des Zentrums, überschritt mein Vorurteil und entdeckte sie neu. Sie wurde zu einer Chiffre von rätselhafter Klarheit, einem himmelblauen Boten aus der Weite des Universums, verkörpert auf der Erde, der sich in Kleinheit, Harmlosigkeit und Gewohnheit verbirgt. Wer achtet schon auf das, was einfach da ist und wegen seiner zuverlässigen Wiederkehr, nach einer Phase frühen kindlichen Staunens, bald übersehen wird? Die kleine zarte Gestalt entpuppte sich als strahlender, geometrisch exakter Fünfstern, als Pentagramm. Das Pentagramm ist die Hauptfigur des Goldenen Schnittes. Venus und Erde zeichnen zusammen in acht Jahren ein Pentagramm in den kosmischen Raum (siehe: Die Signatur der Sphären von Hartmut Warm, Keplerstern Verlag). Kein niedliches Blümchen war das mehr, sondern ein offenes Geheimnis der schönen Proportionen in ihrem harmonischen Zusammenspiel der Gegensätze … als wäre der Sternen-Himmel in die Wiesen gestreut.

Auszug aus einem Vortragstext, der in der Veröffentlichung der Stiftung Rosenkreuz Evolution und das Geheimnis der Schönheit mit enthalten sein wird. Sie erscheint voraussichtlich im Mai.

Foto von Christel Achenbach

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