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Transformation – Die Reise des Christian Rosenkreuz

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Anlässlich der Veranstaltungen zur 1. Drucklegung der Fama Fraternitatis vor 400 Jahren gab die Stiftung Rosenkreuz eine Broschüre heraus mit Ausstellungstexten, die den Inhalt der Fama kurz und neu beschreiben. Die Texte sind mit sehr schönen künstlerischen Arbeiten von Alfred Bast illustriert und zum Preis von 10,00 € erhältlich.

 
 
Tafel 1
 
Der Mensch ist noch nicht zu sich gekommen.
 
Die Kulturen und Religionen sprechen davon, dass Unsterbliches im Menschen ruht. Das steht im Gegensatz zu dem, was wir täglich erleben.
 
Tafel 2
 
„Mensch, erkenne dich selbst” – so lautet ein Motto aus dem alten Griechenland. Was hat es mit der Behauptung auf sich, im Menschen liege der Keim der Unsterblichkeit?
 
Die Geschichte der Menschheit – und auch das Leben des Einzelnen – kann man mit einer Reise vergleichen. Unerwartet tauchen Weggabelungen auf. Entscheidungen müssen getroffen werden. Und es kann sein, dass einer der Wege zum innersten Selbst führt.
 
Tafel 3
 
Die Fama Fraternitatis, der Ruf der Rosenkreuzer Bruderschaft, enthält eine verschlüsselte Botschaft.
Die Autoren der Schrift, ein Kreis Tübinger Wissenschaftler, blieben damals ungenannt. Sie wären sonst in ihrem Leben oder ihrer Freiheit bedroht gewesen.
 
Geistiger Mittelpunkt der Gruppe war der Jurist und Mediziner Tobias Hess. Der Theologe Johann Valentin Andreae gehörte dem Kreis ebenfalls an. Er war später Dekan in Vaihingen und Calw und starb 1634 als Abt und Prälat zu Adelberg in Stuttgart.
 
Tafel 4
 
Die Fama Fraternitatis beginnt mit der Aufforderung, den Weg der Selbsterkenntnis zu gehen.
 
Achtet auf euren inneren Adel. Jeder Mensch ist eine Welt im Kleinen, ein „Mikrokosmos”. Alles, was es in der großen Welt, auf der Erde, im Weltall, im Reich der Materie und Energie sowie im Reich des Göttlich-Geistigen gibt, das ist auch im einzelnen Menschen.
 
„Adel”, das heißt: Göttliches ist im Menschen verborgen. Es kann erahnt und intuitiv erlebt werden.
 
Die Fama weist auf eine unsichtbare Hälfte der Welt hin. Damit ist nicht das Jenseits gemeint, in das die Toten eingehen, sondern das Lebensgebiet der Unsterblichen.
 
Tafel 5
 
Die Fama erzählt, dass ein Sohn „adliger” Eltern, Christian Rosenkreuz, in einem Kloster aufwächst. Er erlernt die Sprache der Wissenschaft, der Religion und der Philosophie.  
 
Doch er sehnt sich nach dem Heiligen, nach Vollendung. Er hat die Empfindung, eingesperrt zu sein. Er verspürt Flügel in seinem Innern.
 
Tafel 6
 
Christian Rosenkreuz träumt von dem „heiligen Land”.
 
Er will heraus aus den Mauern. Er hat vieles gelernt. Aber was steckt im Innersten der Dinge? Was ist der Motor für alle Entwicklung? Was ist das Geheimnis im Menschen, was ist das Geheimnis in ihm selbst? Christian Rosenkreuz sucht Erkenntnis, die über das Sichtbare und Messbare hinausgeht.
Ein älterer Bruder bricht auf zu einer Reise ins Heilige Land. Christian Rosenkreuz darf ihn begleiten.
 
Tafel 7
 
Auf bewegter See fahren sie über das Mittelmeer. Die Fahrt geht nach Osten, dem Licht entgegen. Sie gelangen nach Zypern. Dort gab es im Altertum einen berühmten Tempel der Aphrodite, der Göttin der Liebe. Sie entsprang dem Schaum des Meeres und ritt auf einer Muschelschale über den Wassern.
 
Christian Rosenkreuz bahnt sich einen Weg durch seine Gefühle und Emotionen. Wohin zieht es ihn? Welche Verlockungen wirken in ihm? Was will ihn abhalten, sich zu erheben über die Bewegtheiten des Alltags? Der „ältere Bruder” hilft ihm, auf Kurs zu bleiben. Er ist ein Bild für die Erfahrungsschätze, die sich in Christian Rosenkreuz angesammelt haben.
 
Tafel 8
 
In Zypern stirbt jedoch sein Begleiter.
 
Eine tiefere Dimension öffnet sich. Christian Rosenkreuz entdeckt einen Quell in seinem Innern, aus dem Sehnsucht und Liebe strömen. Das ist der Kompass! Mit ihm setzt er nun seine Reise fort.
 
Tafel 9
 
Christian Rosenkreuz gelangt nach Damaskus. Paulus empfing hier seine große Inspiration, die die Schleier vor seinem Bewusstsein aufhob.
 
Christian Rosenkreuz bekommt körperliche Beschwerden. Er muss innezuhalten. Er besinnt sich tiefer, empfängt eine Eingebung: Er hört von den „Weisen zu Damcar”, denen die Geheimnisse der Natur offenbar seien. Plötzlich weiß er, er muss seine Reiseroute ändern.
 
Tafel 10
 
Der Weg zum Heiligen führt mitten durch die Natur. Ihre Geheimnisse gilt es zu entschleiern. Christian Rosenkreuz erkennt: Das Göttlich-Geistige ruht in der Tiefe des Herzens. Der Körper muss den Weg freigeben.
 
Er forscht nun nach den Weisen von Damcar. Er dringt in die Weisheitsströmung des Sufismus ein, die islamische Mystik.
 
Tafel 11
 
Die Weisen von Damcar haben ihn schon lange erwartet. Sie lehren ihn, das „Buch M” zu lesen, das „Buch Mundus”, das „Buch der Natur”.
 
Christian Rosenkreuz erlebt die göttlich-geistigen Kräfte, die der Vielfalt und Schönheit der Natur zugrunde liegen. Die Wunder des eigenen Körpers erschließen sich ihm. Er lernt, mit den Augen der Seele zu schauen. Er lernt, neu zu denken, unmittelbar zu verstehen.
 
Tafel 12
 
Nach drei Jahren setzt Christian Rosenkreuz seine Reise fort. Er fährt mit dem Schiff über das Rote Meer.Unbewusste Kräfte treten ihm entgegen, die in seinem Blut wirken. Sie wollen ihn herabziehen. Christian Rosenkreuz hält ihnen jedoch stand. Er integriert sie, stellt sie ins innere Licht. Unbewusstes wandelt sich zu Weisheit.
 
Christian Rosenkreuz gelangt nach Ägypten. Er erkennt den Reichtum der alten Kultur, deren Einweihungswege im Zeichen des Weisheitslehrers Hermes Trismegistos standen. Auch Christian Rosenkreuz folgt einem solchen Weg. Doch er tut dies im Licht der aktuellen Zeit.
 
Tafel 13
 
Die Fahrt führt nach Westen. Christian Rosenkreuz gelangt nach Fez in Marokko. Schon 859 n. Chr. wurde hier eine Universität gegründet, die erste der Welt. Sie war ein geistiges Zentrum, ein „Athen Afrikas”.
 
Die Lehrer von Fez verhelfen Christian Rosenkreuz zu einem entscheidenden Schritt. Es gelingt ihm, alles, was in ihm lebendig geworden ist an Wahrnehmungen, Gedanken und Empfindungen in Einklang miteinander zu bringen. Er fügt es zusammen in der Kraft des inneren Lichtes. Die Einheit von allem nimmt in ihm seelisch Gestalt an.
 
Tafel 14
 
Christian Rosenkreuz fühlt sich gedrängt, den europäischen Gelehrten von seinem Weg zu berichten. Er will ihnen zeigen, wie alles menschliche Streben, wie Wissenschaft, Kunst und Religion zusammengeführt werden können.Er begibt sich nach Spanien und von dort nach Deutschland. Er bietet die Schätze an, die er errungen hat.Doch die Gelehrten verlachen ihn. Sie wollen sich nicht korrigieren. Der übergeordnete Zusammenhang von allem ist noch nicht in ihrem Blickfeld.
 
Tafel 15
 
Christian Rosenkreuz zieht sich zurück. Er baut sich „ein solides Heim”, um den Ertrag seiner Reise zusammenzufassen und in eine Ordnung zu bringen.
 
Die erzielten Resultate reifen heran. Christian Rosenkreuz erkennt seine Mitverantwortung für die künftige Entwicklung der Menschen. Der Gedanke einer „Generalreformation” erfüllt ihn. Was in ihm geschehen ist, kann auch in anderen stattfinden. Hierzu will er Hilfe leisten.
 
Tafel 16
 
Christian Rosenkreuz gründet eine Gemeinschaft, eine Bruderschaft. Sie heilt „Kranke”, das heißt, sie zeigt allen, die danach verlangen, den Weg zur Einheit mit sich selbst.
 
Die Gemeinschaft errichtet das „Haus Sancti Spiritus”. Es ist ein heiliges Werkstück. Durch die gemeinsame Bemühung, die auf das Wohl der Menschheit gerichtet ist, prägen sich die Schritte der Verwandlung in die Atmosphäre der Erde ein. Sie bilden ein geistiges Feld, das für alle ernsthaft strebenden Menschen erfahrbar ist.
 
Tafel 17
 
Die Mitglieder der Gemeinschaft gehen aus „in alle Lande”. Sie missionieren nicht, sondern heilen. Sie tragen das aus, was sie in sich errungen haben: die Synthese von Denken, Empfinden und Handeln, die Einheit von Erkennen, Glauben und Verwirklichen.
 
So bereiten sie denen, die dafür offen sind, den Weg.
 
Tafel 18
 
Die Nachfolger des Christian Rosenkreuz suchen Jahre später Anschluss an das, was er vollbracht hat.
Sie finden sein „Grabgewölbe” und darin seine geistig-seelische Gestalt. Sie entdecken, dass sie unverändert geblieben ist und sich „in vollem Ornat” befindet, das heißt, mit den Errungenschaften seines Wirkens geschmückt ist.
 
Auf einem Altar stehen die Worte: „Dieses Kompendium des ganzen Alls habe ich mir in meinem Leben zu einem Grabe gemacht”.
 
Das Allumfassende hat in Christian Rosenkreuz Gestalt angenommen. In seiner Hand hält er das „Buch T” (Theos), das Buch der Unsterblichkeit.
 
Tafel 19
 
Das „Haus Sancti Spiritus” wirkt sich auf alle Menschen aus, die auf der Suche nach ihrer wahren Identität sind. Seine atmosphärische Kraft ist eine Inspirationsquelle. Sie öffnet Dimensionen, die über alles Getrennte und Einseitige hinausführen.
 
Tafel 20
 
Wo befindet sich der Grabtempel des Christian Rosenkreuz? Er gehört zum „Haus Sancti Spiritus”. Zugleich ruht er als Keim in jedem Menschen. In jedem ist ein unsterbliches Element „begraben”. Jeder kann sich auf die Reise begeben zu diesem „heiligen Land”.
 
Tafel 21
 
Der Bericht von der Reise des Christian Rosenkreuz enthält eine Verheißung: Wer den Weg zu seinem wahren Selbst sucht, wird ihn finden.
 
Gemeinschaften in vielen Ländern der Welt folgen dem Weg des Christian Rosenkreuz. Zu ihnen gehört auch das Lectorium Rosicrucianum, die Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes.

 Abbildung eines Werkes von Alfred Bast

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