Persönlichkeiten

Shankara

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Shankara, der auch als Heiliger, Philosoph und Dichter bezeichnet wird,

wurde um das Jahr 686 n. Chr. in einer Bramanenfamilie in einem kleinen Dorf in Südindien geboren. Schon als Knabe grübelte er über die Rätsel von Leben und Tod nach und beschloss, diese zu lösen.

Schließlich überredete er seine Mutter, ihn das Mönchsgelübde ablegen zu lassen. Nachdem er für ihre Zukunft gesorgt hatte, machte er sich auf seine eigene geistige Suche. In der kurzen Zeit seines Lebens – er verstarb bereits mit zweiunddreißig Jahren – hinterließ er ein bedeutendes Werk.

Neben Kommentaren zu den Vedanta-Sutras, zu den wesentlichen Upanischaden und der Bhagavad-Gita, verfasste er zwei große philosophische Werke, genannt Upadesasahasra und Viveka-Chudamani

(Das Kleinod der Unterscheidung).

Begegnen wir einigen Aussagen seiner Spiritualität:

Shankara erkennt nur als wirklich an, was sich weder verändert, noch aufhört zu sein. Absolute Wirklichkeit bedeutet für ihn immerwährende Existenz. Und er fragt weiter: Was ist die Wirklichkeit hinter allen unseren Erfahrungen?

Seine Antwort lautet: Eines verlässt uns nie, das innere Bewusstsein.

Mit dem inneren Bewusstsein knüpft er an die Erfahrung einer erleuchteten Seele an und sagt weiter:

Wenn ein Erleuchteter in den Zustand des übersinnlichen Bewusstseins eingeht, erfährt er „Atman”, des Menschen innerstes Selbst.

Und im sogenannten Atman endet jede Wahrnehmung der Vielfalt.

Es gibt kein „Mein” und „Dein” mehr. Die uns bisher bekannte Welt ist vergangen. Dann erstrahlt das Selbst als das Eine, als die Wahrheit, als Brahman, das absolute Sein.

Wenn Shankara feststellt, das die Welt des Denkens und der Materie nicht  wirklich sei, so spricht er ihnen damit nicht das Bestehen ab. Sie gehören zur Welterscheinung. Nach seiner Auffassung ist die Welterscheinung und ist zugleich nicht.

Im Zustand unseres alltäglichen Bewusstseins wird diese Welt erfahren und ist, wie sie erscheint. Im Zustand der erleuchteten Seele wird sie nicht mehr erfahren und hört damit auf zu existieren. Die Welterscheinung nennt Shankara Maya. Sie ist nicht ohne Existenz und unterscheidet sich dennoch von der Wirklichkeit. Für Shankara ist das innere Bewusstsein, der Atman, allein wirklich. Der Weg der Erkenntnis bedeutet für ihn, das Bewusstsein von allen Gegensätzlichkeiten abzuziehen. Solange der Mensch nicht zu seiner Identität mit dem Atman erwacht ist, kann er keine Befreiung finden.

Am inneren Bewusstsein knüpft auch die Weisheit der Rosenkreuzer an. Sie kennen das Wesen der Geistseele, die sich aus dem göttlichen Funken im Innersten des Herzens, dem letzten göttlichen Überbleibsel, durch Hinwendung zum Christuslicht entfalten kann.

Damit entsteht eine neue  Realität im Menschen. Sie ist letztlich unabhängig von aller Welterscheinung, denn sie nährt sich aus der Vibration des Christuslichtes. Im Kraftfeld einer gnostischen Geistesschule kann dieses Licht besonders intensiv erlebt werden.

So zeigt sich, dass die Urgedanken der Menschheit, die sich auf göttliches Sein beziehen, zu allen Zeiten gültig sind und auch im Heute gelebt werden können.

Quelle u.a.: Das Kleinod der Unterscheidung,
Otto Wilhelm Barth Verlag
Foto: Quelle Wikipedia
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