Wir brauchen alle ein bisschen mehr Mut und Seelengröße

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Der böige Wind und die nach dem Unwetter abgekühlte Luft ist heute eine Herausforderung für mich, mit dem Fahrrad zu Arbeit zu fahren. Es drohen laut Wetterprognose neue Unwetter.
 
Die Luft ist so rein gewaschen und erfrischend. Überall liegen Äste und Blätter auf dem Boden, neben der Straße klein gesägte Bäume. Die Klarheit der Luft ist wie an der Nordsee – als Kind hatte ich das erlebt.
 
Ich komme am Hauptbahnhof vorbei.
In großen weißen Lettern steht am Gebäude ein Text von Georg Büchner geschrieben:
„Wir alle haben ein bisschen mehr Mut und ein bisschen mehr Seelengröße nötig.”
 
In mir tauchen Gedanken auf, kon-struktive, „mit-bauende” Gedanken.
 
Wir alle, alle Menschen, bauen an einem enorm großen Werk mit, welches wir nicht kennen.
Den Allerwenigsten ist das bewusst.
Wir sind Teil eines viel Größerem, Teil eines Ganzen, Teil eines werdenden Ganzen.
Alles ist in Entwicklung.
 
Wir brauchen nur ein bisschen Mut und ein bisschen Seelengröße, um aktiv und bewusst an dem großen Werk mitzubauen.
 
Ich schaue kurz in den Bahnhof und orientiere mich, ob es noch mehr Information zu Georg Büchner gibt.
 
In-formieren.
Wir informieren uns.
Was bringen wir in Form?
Nur äußere Geschehnisse, das, was in der Welt passiert, was in der Welt geschieht?
Oder auch innere Werte?
Welche inneren Werte befinden sich in unserer Form?
Was gießen wir in die Form?
Einen Gipsabdruck?
Eine Bronzefigur?
Oder ein gläsernes Meer?
Bringen wir nur unseren Körper in Form, etwa durch Sport?
Oder bringen wir uns insgesamt in Form, krempeln wir die Ärmel hoch und gehen ans Werk?
Das hängt allein von uns ab.
Wir sind alle eingebettet in etwas Großartiges, Unfassbares.
Nur wir allein können uns entscheiden zu diesem „ein bisschen mehr Mut und ein bisschen mehr Seelengröße”.
Kein anderer kann das uns abnehmen.
Wir bauen mit am großen Ganzen.
Wir bringen in Form.
 
Foto: Silke Kittler
 
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