Mythologie

Die zwölf heiligen Nächte

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Was ist bekannt über die sogenannten zwölf heiligen Nächte?

Es ist die Zeit zwischen der Wintersonnenwende und dem sechsten Januar.

Die auch gebräuchliche Bezeichnung Raunächte, abgeleitet von „raunen”, stammt aus grauer Vorzeit. In jener Zeit maß man die Zeit noch in Nächten und nicht in Tagen.

Diese zwölf Nächte sind die Brücke zwischen den zwölf Monden des Mondjahres und den 365 Tagen des Sonnenkalenders. Die Zwölf sind Schwellenzeit, die Zeit außerhalb der Zeit, in der die gewohnten Regeln des Alltags ausgesetzt sind. Es geht um ein Innehalten. Es ist wichtig zu ruhen, nach Innen zu horchen. Was will jetzt wirken? Welche Kräfte bestimmen mein Leben? In den Raunächten geht es im Wesentlichen auch um Zeitqualität. In unserem Alltag achten wir meist nur auf Chronos, die gezählte Zeit, und verpassen Kairos, den günstigen Augenblick.

Weiterhin geht es um erfüllte Zeit – die des vergangenen Jahres – und um zu erfüllende Zeit. Es gilt, aufmerksam zu werden für das, was in mir und um mich herum keimen, wachsen und sich entfalten will. Um Raum zu schaffen für Neues, bedarf es der Integration des Vergangenen, der Reinigung von all dem, was nicht mehr gebraucht wird, und der Ruhe, um die leisen, zarten Impulse des Neuen wahrzunehmen.

Die zwölf heiligen Nächte laden auch ein, einen Spielraum zwischen den Polaritäten zu erkunden, in dem sich Polaritäten wie Wachstum und Nachhaltigkeit, individuelle Freiheit und kollektive Verantwortung verbinden lassen.

Zusammengestellt aus: Nayoma de Haen, Das Mysterium der Raunächte

Foto: Christel Achenbach

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