Kunst

Pluto und Proserpina

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So ist es doch möglich,
dass Menschen Götter schufen.
Marmor- inspirierend und berührend zugleich!
Villa Borghese in Rom:
Pluto raubt Proserpina
Pluto, Hades, der Zeus der Unterwelt mit Zerberus
Er ist verhasst unter den Göttern.
Proserpina, Persephone, Kore, Tochter von Demeter und Zeus
Zeus zu Pluto: Das ist unmöglich.
Demeter wird dies nie zulassen,
Proserpina dir zur Frau zu geben in die ewige Dunkelheit …
Na ja, du müsstest sie, wenn schon, rauben –
aber mit allen Konsequenzen.
Pluto raubt die junge blütensammelnde Göttin
und entführt sie in die Unterwelt.
Der dramatische Höhepunkt in Marmor gemeißelt:
Pluto ergreift Proserpina.
Proserpina wehrt sich mit allen Mitteln:
Mimik, Gestik, das Drama ist erschütternd!
Gianlorenzo Bernini schuf Gott und Göttin.
Der Seelenfunke springt mit Macht über.
Ein wunderbares Wunder …
Die Schönheit der Details …
Die Statue lebt
Leidenschaftlicher Widerstand
Gier und Zweifel in Plutos Gesicht
Mit Abscheu wehrt sich Proserpina verzweifelt.
Der dreiköpfige Höllenhund, Zerberus, sieht zu.
Zuweilen ist Zerberus mythologisches Symbol
für die Fruchtbarkeit der Natur.
Unter ihm sprießt der Lorbeer,
ein Zeichen der Wiedergeburt.
O Gott, diese wunderschöne Göttin für alle Zeiten in der Tiefe der Schattenwelt,
in Plutos Reich –
auch das Reich des Reichtums!
Demeter sucht verzweifelt ihre Tochter.
Sie vernimmt den Schrei Proserpinas,
die Narzissen pflückt,
und sie erfasst Schrecken und Schmerz.
Neun Tage sucht sie ohne Speise und Trank.
Dann fragt sie Helios, den Allschauenden.
Helios verkündet ihr die Wahrheit.
Demeter wohnt nun in einem Tempel
am Jungfrauenbrunnen nahe Eleusis.
Sie meidet die Versammlungen der Götter.
Misswuchs und Hungersnot sendet sie über die Erde –
dem Menschengeschlecht droht der Untergang
und den Unsterblichen der Verlust von Opfern und Gebeten.
Sie werden untergehen …
Zeus muss handeln:
Er sendet Hermes in den Hades,
um Proserpina wieder zurück zur Mutter zu bringen.
Pluto lässt sie vom Granatapfel essen,
dem Symbol der Ehe.
Nun verbringt Proserpina zwei Teile des Jahres im Reich der Sonne bei Demeter
und im Winter ist sie in der Unterwelt und erfüllt die Ehepflichten.
Fruchtbarkeit, Wachstum und Ernte,
die Schöpfungsharmonie wird auf Erden wieder hergestellt.
Im Winter zürnt Demeter …
Proserpina befindet sich in der Schattenwelt –
der Öde der winterlichen Natur.
Der Mythos sagt, durch Proserpinas Einfluss habe sich Pluto verändert.
Allmählich zieht Milde ein.
Dem Tode wird der Schrecken genommen.
Der Gott der Unterwelt wird durch die eleusinischen Mysterien der Demeter und Proserpinas als Segensgott angesehen.
Was die Erde trägt,
was auf Weiden sprießt,
das Gold und die Metalle aus dem Schoß der Erde,
dem Gebiet Plutos, werden zum Segen für die Bewohner.
Pluto wird zum Spender des Reichtums.
Diesem Gott ist das Mitleid und der Schmerz der Menschen nicht unbekannt.
Im Drama von Orpheus und Eurydike
rührt Orpheus die Bewohner der Unterwelt zu Tränen –
und Pluto und Proserpina konnten nicht widerstehen …
Das weibliche Element löst die harten, dogmatischen, männlichen Strukturen auf,
selbst in der Region der Götter.
Proserpina, die Personifikationen der blühenden Natur,
die milde und gnädige Göttin der Mysterien.
An ihr Schicksal knüpfen die Eingeweihten die Hoffnung auf Unsterblichkeit.
Proserpina, die Glänzende, die Strahlende, das strömende Licht, die Kore, die Jungfrau, die griechische Persephone, die römische Proserpina.
Welch ein Glück, dich hier in Rom lebendig zu sehen, Unsterbliche!
 
Bernini: Skulptur Pluto raubt Proserpina
1 Kommentar
  • RonBeantworten

    "In der heroischen Zeit, da Götter und Göttinnen liebten,
    Folgte Begierde dem Blick, folgte Genuß der Begier.
    Glaubst du, es habe sich lange die Göttin der Liebe besonnen,
    Als im Idäischen Hain einst ihr Anchises gefiel?
    Hätte Luna gesäumt, den schönen Schläfer zu küssen,
    O so hätt ihn geschwind, neidend, Aurora geweckt.
    Hero erblickte Leandern am lauten Fest, und behende
    Stürzte der Liebende sich heiß in die nächtliche Flut.
    Rhea Silvia wandelt, die fürstliche Jungfrau, der Tiber
    Wasser zu schöpfen, hinab, und sie ergreifet der Gott.
    So erzeugte die Söhne sich Mars! – Die Zwillinge tränket
    Eine Wölfin, und Rom nennt sich die Fürstin der Welt..."

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