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Paracelsus – reloaded

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Paracelsus:

Der Patient sei sein Arzt, der Arzt dessen Helfer

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Der höchste Grund der Arznei – die Liebe

Paracelsus:

Die Arznei – das Wort Gottes

Paracelsus:

Ihr sollt nur den heutigen Tag kennen und die jetzige Stunde. Was gehen die Sorgen des morgigen Tages den heutigen an? Der Tod kommt nämlich nicht morgen, er kommt heute.

Wovon Theophrastus Paracelsus von Hohenheim, jener große Arzt, der Gotteserklärer – Theo-phrast – redet, ist die Forderung an alle Menschen, die sich an der Grenze des alten, gewohnten Lebens befinden, deren Herzen erfüllt sind mit Ahnungen, mit jener so bekannten mystischen Sehnsucht nach etwas ganz anderem.

Fernweh durchzieht unser Wesen und lässt uns suchen, suchen, suchen, forschen und studieren, uns geht’s wie weiland dem geplageten Doktor Faust. Und irgendwann stoßen wir unter anderem auf Sätze wie diesen: Ihr sollt nur den heutigen Tag kennen …

Paracelsus spricht von kennen und fragt uns drängend, wozu all unsere Schlauheit, unser Bilanzieren, Wähnen, Meinen und Verhandeln gut sei. Helfen sie uns, den aktuellen Moment, das Heute zu kennen, zu verstehen und entsprechend zu leben?

Wenn wir ein wenig nachdenken, empfinden wir wie von selbst die Richtigkeit dieser Sätze vom heutigen Tag – – – denn Leben ist und ist nur heute, kann nur heute sein. Intuitiv erfassen wir seine Größe im aktuellen Moment.

Was richtet uns immer auf die Zukunft, auf das, was noch nicht ist? – In erster Linie sind es Sorge, Furcht und deren große Schwester, die Angst. Dieses dunkle Dreigestirn hat uns lange mit eisernem Griff gehalten. Und wozu? Damit wir durch den Schmerz die Fruchtlosigkeit erfahren, unser Scheinwissen aufgeben – und endlich, endlich die Grüße des heutigen Tag erkennen – die aktuelle, jetzige Notwendigkeit und unsere großen Möglichkeiten. Denn Ewigkeit, wo soll es diese geben und wann, wenn nicht jetzt, hier, heute?

Es geht um Heilkunst, die Kunst der Heilung im allerbesten Sinn und wie sie Wirklichkeit werden kann, nicht morgen, sondern heute! In den Manifesten der Rosenkreuzer-Bruderschaft, deren erstes 1614 erschienen ist, vereinbaren die Brüder des Rosenkreuzes: Keiner soll sich einer anderen Beschäftigung hingeben als Kranke zu heilen, und zwar ganz umsonst (1). Hier geht es in erster Linie nicht um die Heilung der vielen körperlichen Gebrechen, sondern um die Heilung der Seele.

Die Arznei – das Wort Gottes, die Kraft der Liebe. – Befreien wir sie in unserem eigenen Wesen und sie kommt uns entgegen, wo wir es nie vermuten.

Zusammengefasst:

Wer, wenn nicht wir?

Wann; wenn nicht jetzt?

Wo, wenn nicht hier?

(1) Gerhard Wehr, Rosenkreuzerische Manifeste, Novalis Verlag 1980 (u.a. Fama Fraternitatis – 1614)

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