Selbsterfahrung

Die Magie der Wüste

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Ich brauche dir nur eine einzige Durchquerung der Wüste aufzuerlegen, damit der Mensch in dir zum Vorschein kommt – wie ein Samenkorn, das aus seiner Hülse bricht – und damit sich der Geist und das Herz entfalten.

Antoine de Saint-Exupèry

Auf meiner letzten großen Reise, die ich als Gesamtheit ebenso als innere Reise vernahm, konnte ich anfänglich immer wieder beobachten, wie sehr mich die Themen meines aktuell aufwendigen Alltags begleiteten, sie „leiteten” mich – ja, ich wurde teilweise von ihnen gelebt und erlebte eben dadurch Furcht. Die Gnosis nahm scheinbar keine Rücksicht auf meine ersehnte „Auszeit”, sondern schickte mich in der idyllischsten und natürlichsten Umgebung innerlich „in die trockene Wüste”, in meine innere Wüste.

Das war natürlich sehr traurig für mich, mein Ego.

Also haderte ich vier Tage auf vielerlei Ebenen, ließ das, was sich in mir tat und ich nicht verstand, geschehen und dachte nicht mehr.

Es öffnete sich von da an ein innerer Raum. In diese räumliche Weite ließ ich mich fallen und so platzten die Krusten und ich durfte für den Rest meiner Reise eine wirkliche Auszeit erleben.

Als ich unterwegs in großer Hitze an einem ausgetrockneten Flussbett vorbei kam, ging mein Herz auf, da der ursprünglich vom Wasser geformte Mäander mein Innerstes widerzuspiegeln schien. Hier und da, zwischen den Verkrustungen, drängte es zarte Pflänzchen an die Oberfläche, zum Licht … .

Das Licht ist magisch, zieht uns magnetisch in seinen Bann – wenn wir ES geschehen lassen.

Könnte dies ein Wunsch fürs Neue Jahr sein?

Foto: Myriam Häntzschel
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