Selbsterfahrung

Liebe zu mir, zu dir, zu allen Menschen

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Wenn es sich lohnt, bereits für einen einzigen Menschen zu leben,
um wie viel mehr lohnt es sich, für die ganze Menschheit zu leben!
 
Wie kann ich die Liebe zur ganzen Menschheit leben, wenn ich nicht die Liebe zwischen Mann und Frau gekostet, kennengelernt und erfüllt habe? Darauf basiert die Liebe zu allen Menschen. Aber bevor wir Mann oder Frau lieben lernen, müssen wir uns erst einmal selber annehmen und wertschätzen lernen. Wir tragen einen Schatz in uns; um seinetwillen sind wir unschätzbar wertvoll.
 
Diesen Schatz enthüllen wir mit Hilfe der Liebe zu uns selbst, zu unserem Gegenüber, zu unseren Nächsten und zur ganzen Menschheit. Alle sind Spiegel unser selbst.
 
Gespiegelt lernen wir uns kennen,
lernen wir uns lieben,
lernen wir alle Menschen lieben.
 
***
 
Es gibt so viele Arten menschlicher Beziehungen, wie es Menschen gibt, so individuell, einzigartig, komplex. Jede einzelne Beziehung ist beinahe unendlich vielfältig. Oberflächlich betrachtet, sehen viele Beziehungen einfach aus, unkompliziert oder gewöhnlich.
 
Aber die menschlichen Verflechtungen sind Äonen alt. Sie möchten entflochten werden, sie sehnen sich nach Lösung, nach Erlösung, nach Auflösung. Vielleicht ist es allein viel schwerer, aus diesem Labyrinth wieder herauszufinden, als zu zweit. Und daher sehnt sich der Mensch nach einem anderen, mit dem er den Faden zum Ausgangspunkt zurückführen kann.
 
Es ist, wie wenn zwei Menschen sich in der Liebe gegenseitig erlösen, verwandeln, in tiefem Sich- gegenseitig-Anvertrauen und dadurch Sich-selbst-Erkennen. In Gesprächen entdecken sie lang Verborgenes in sich, bislang niemand anderem Mitgeteiltes. Es sind neue Offenbarungen – unerwartete Nähe und Tiefe, ein Zauber, der lange vorhält.
 
Ein tiefes Verzeihen, ein tiefes Verstehen, eine alles umarmende tiefe Liebe – sie alle tragen zur Entflechtung im großen Geschehen bei. Und das macht so glücklich in einer menschlichen Beziehung. Das ist das Wertvollste, was denkbar ist – die Knoten zu lösen, einen nach dem anderen, oft aus mehreren Leben. Klarheit zeigt sich, das Geflecht über dem Kopf wird dünner, lichtdurchlässiger. Es fallen mehr Sonnenstrahlen hindurch; sie wärmen.
 
Und doch müssen wir auf der Hut sein, dass wir nicht wieder – unbewusst oder gar beabsichtigt –einen Knoten zusammenziehen, anstatt ihn zu lösen.
 
Je mehr Menschen diesen spannenden, auflösenden Weg gehen, desto geschwinder wird das gesamte Geflecht porös und sonnendurchlässig. Leichter erkennen dann andere die Lösungen in ihrem Leben und beginnen, zu entknoten in der zunehmenden Liebe.
 
Schließlich können die Menschen die wahre Gestalt, das wahre Wesen ihres Gegenüber wieder erleben, frei von Geflecht, entwirrt, alle liebend – erkennend.
 
Dornröschen ist aus der Dornenhecke befreit.
So können wir uns von all den Lianen und Flechten befreien und uns selbst und schließlich Gott erkennen. Unvergänglich und ebenmäßig steht Es/Er in uns auf und offenbart sich.
 
***
 
 
Es gibt Menschen, die in unser Leben kommen und es wieder verlassen.
Es gibt aber auch Menschen, die eine Weile bleiben und Spuren in unserem
Herzen hinterlassen – und wir sind für immer verändert.
(Verfasser unbekannt)
 
 
 Foto: Hermann Achenbach
 
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