Poesie Lyrik

Liebe – ein Hauch von Ewigkeit

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Es ist ein ganz tiefer Trost, dass wir nicht „gut” oder „brav” werden oder sein müssen, wenn wir zu unserem Innersten gelangen wollen. Zugang zum Innersten zu finden, macht den Pfad des Rosenkreuzes aus, auf dem Weg des Sich-Selbst-Erkennens.

Aber bereits in unserer Unvollkommenheit dürfen wir die Sehnsucht nach der vollkommenen Liebe leben und äußern. Der Mensch in dieser Welt ist unvollkommen, wie halbiert.

An einem Abend sprachen wir über die Liebe zwischen Mann und Frau. Beide nehmen sich in ihrer Unvollkommenheit erst einmal bedingungslos an, schon das ein kleiner Hauch von Ewigkeit. Aller Anfang verzaubert. Jeder schenkt sich dem Anderen, übergibt sich dem Anderen. Er denkt nicht an sich. Er sieht sich nicht mehr allein im Mittelpunkt.

Bis dann die eigentliche Arbeit an sich in der Partnerschaft beginnt, das Schleifen an der rauen Kohle. Gelingt es uns, die Entwicklung hin zum vielflächig glänzenden Diamanten, den Prozess des Rund-Werdens zu vollenden und ihn zu vereinen mit einem Unabhängig-Werden, mit dem Weg zurück zur Ursprünglichkeit , mit dem Suchen nach dem verloren gegangenen Seelenkern? Mann und Frau können sich hier eine große Hilfe sein.

Aus dem tiefsten Dschungel bitterer Erfahrungen und schmerzender Erkenntnis können wir den (Aus-)Weg finden. Mit Liebe umfangen wir den Menschen, der uns gegenüber steht. Aber unsere Sehnsucht geht darüber hinaus.

Sie verbindet sich mit dem Anderem im eigenen Selbst, dem Quell der Liebe, verschenkt sich an ihn, bedingungslos. So haben wir den Selenkern gefunden und vermählen uns mit ihm. Eine innere Hochzeit findet statt: die „alchymische Hochzeit”, das Eintauchen in den Anderen und Wieder-Einswerden mit ihm im eigenen Inneren.

Liebe ist ein immer währender Zustand geworden. Der Mensch ist Liebe.

Foto: Silke Kittler

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