Mythologie

Konfuzius – Begegnung mit seinen Lehren

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Meine erste Begegnung mit den Gedanken des Konfuzius war ein kleines Büchlein, das meiner Schwester gehörte. Einige in diesem Büchlein enthaltenen Gedanken schrieb ich mir in ein Schulheft, das mich lange begleitete. Damals waren es vor allem die Sittengesetze, denen meine Aufmerksamkeit galt.

Vermutlich ist fast jeder Mensch in seinem Leben schon einmal direkt oder indirekt den Lehren des Konfuzius begegnet, von denen ein Satz sinngemäß heißt: Wenn du einen Würdigen siehst, trachte ihm nachzueifern. Wenn du einen Unwürdigen siehst, dann prüfe dich in deinem Innern.

Was ist uns von dem Leben des Konfuzius bekannt?

Er lebte von 551 – 479 v. Chr. Und war der Sohn der verarmten Adelsfamilie Kong. Es war in jenem goldenen Zeitalter, in dem auch der Weise Laotse lebte.

Konfuzius verlor seinen Vater im Alter von drei Jahren und erhielt von seinem Großvater Privatunterricht. Mit neunzehn heiratete er und übernahm verschiedene Aufgaben im Staatsdienst. Daneben gründete er eine eigene Schule, in der er seine Schüler mit seinen Erkenntnissen verband und sie ebenfalls teilweise auf den Staatsdienst vorbereitete. Im Jahre 518 v. Chr. soll es zwischen Laotse und Konfuzius zu einer Begegnung gekommen sein. Während einer Zwiesprache riet Laotse: „Sei wie Wasser, außerhalb von Zeit und Raum!”, worauf Konfuzius entgegnete, „er müsse in dieser Welt die Dinge verwirklichen.”

Beide jedoch knüpfen in ihrer Philosophie beim ältesten Weisheitsbuch der Chinesen an, dem  „I Ging” oder dem „Buch der Wandlungen”, dessen Kernaussagen sich auf die Lehre von yin und yang gründen, einem Gegensatzpaar, dessen Gleichgewicht der Weise in dieser Welt geistig und seelisch anstrebt.

Mit fünfzig Jahren war Konfuzius Baumeister und Justizminister beim König von Shandou, trennte sich aber bald von ihm wegen unterschiedlicher Auffassungen zur Staatsführung. In einer Art Exil zog er mit seinen Schülern dreizehn Jahre als Wanderphilosoph durch verschiedene Staaten Chinas und fungierte in dieser Zeit als Berater einiger Fürsten. Er lebte damals mit seinen Schülern teilweise in Armut. Drei Jahre vor seinem Tod bat man ihn um seine Rückkehr nach Shandou. Konfuzius folgte dem Wunsch, nahm aber künftig keine Staatsaufträge mehr an. In seinem Leben war ihm der Erfolg nicht beschieden. Erst seine Schüler bauten seine Lehre, die er selbst nie schriftlich fixiert hatte, aus, indem sie die Gespräche mit ihm aufschrieben.

Eine der Botschaften des Konfuzius heißt: „Das, was den Menschen unterscheidet, ist das Herz.” Und an anderer Stelle sagt er:

„Der Edle liebt den inneren Weg, der Gemeine liebt das Irdische.

Der Edle liebt das kosmische Gesetz, der Gemeine sucht die Gunst.”

Es ging Meister Kong – wie man ihn auch nannte –  vor allem um liebevolle Beziehungen. Damit war zum Beispiel gemeint: Die Menschen lieben, aus dem innersten Herzen leben, die Ichbezogenheit besiegen und Mitgefühl entwickeln in dem Sine:„Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.”

Ein späterer Anhänger der Weisheit des Konfuzius – Chu Hsi – sagte im 12. Jahrhundert n. Chr. das Folgende: „Liebevolle Beziehung zum Anderen ist eine Herzensaktivität aller Lebewesen auf der Welt, und die Menschen erhalten sie bei ihrer Geburt als eine Gabe. Ihre organische Funktion durchdringt alles in der Welt und verbindet alle Lebewesen. Die Menschen überschatten sie nur mit eigensüchtigem Begehren. Daher wird der Weg zum wahren Leben unterbrochen, und die vom Himmel gegebene Ordnung existiert als etwas vom Menschen Getrenntes.”

Wie können wir die Botschaft des Konfuzius heute verstehen und realisieren?

Angesprochen ist die Qualität des Herzens. Die Frage ist nur, wem folgt das Herz? Folgt es den irdischen, materiellen Werten und Erscheinungen der Welt, oder besteht ein Bedürfnis nach zeitlosen ewigen Werten?

Jenes Herz, das ein Rufen des Ewigen in sich spürt, verlangt nach einer neuen, unstofflichen Nahrung. Es will sich mit einer höheren, geistigen Kraft verbinden und wünscht, von ihr getragen zu werden. Und das kann geschehen, wenn der göttliche Funke im Herzen des Menschen zu erwachen beginnt. Dann macht sich der Mensch nicht mehr zum Sklaven zeiträumlicher Erscheinungen. Er versucht, eine höhere geistige Ebene zu erreichen: eine kosmische und eine mit ihm verbundene mikrokosmische, die es zu entdecken gilt. Er verlangt nach reinen, heiligen Äthern für seine Seele und die seiner Mitmenschen.

Gerade jetzt ist die Zeit für das geistige Erwachen günstig, denn die Einstrahlungen der hoch schwingenden Aquariusenergien machen es heute allen Menschen möglich, sich zu öffnen und einen spirituellen Weg zu gehen. Wer sich dazu entschließt, wird erfahren, wie er in einen

inneren Wandel hineingeführt wird. Durch einen neue Haltung dem Leben gegenüber wird auch sein Herz still, und seine Seele kann sich erheben aus der Gebundenheit in die Freiheit der göttlichen Ordnung, so wie es schon vor Jahrtausenden die großen chinesischen Weisen prophezeit und vorgelebt haben.

Bildquelle: Wikipedia

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