Religionen

Die katholische Kirche im Gebiet der Ariège bittet für Montségur um Verzeihung

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Die katholische Kirche im Gebiet der Ariège bittet für die Massaker an den Katharern am Montségur in Südfrankreich um Verzeihung. Der 16. Oktober 2016 verheißt, ein historischer Tag zu werden: In der Kirche des Ortes Montségur wird der Bischof von Pamiers im Namen der Katholiken der Ariège um Entschuldigung bitten. Diese Entschuldigung bezieht sich auf ihre Teilnahme an einer Tat, die im Widerspruch zum Evangelium steht. Das betrifft die Teilnahme am Kreuzzug, der auf Initiative des Papstes gegen Ende des Mittelalters gegen die Albigenser geführt wurde und besonders auch auf die Verantwortung für den Scheiterhaufen am Fuße des Montségur. Im Geist der Versöhnung wird ein Schritt in die Richtung einer Verbrüderung unter den Christen getan, denn die Katharer waren in der Tat Christen.

Der Gedanke um Vergebung zu bitten, entstand im Rahmen von mehreren Gesprächen mit Christen unterschiedlicher Richtungen, welche sich schmerzlich an den occitanischen Kreuzzug und die Tatsache im Namen Gottes, zu töten, erinnert fühlten.

Am 16. Oktober 2016 findet in Montségur um 15 Uhr eine Gedenkfeier statt. Es wird keine Messe in der Kirche von Montségur gelesen, sondern eine spezielle Liturgie mit verschiedenen Ansprachen. Der Bischof wird die Bitte um Verzeihung im Namen der Kirche von Ariège aussprechen. Seine Kompetenzen gehen nicht über die Diözese von Pamiers (zu der der kleine Ort Montségur gehört) hinaus.  Die Bitte um Vergebung wird an Gott gerichtet werden. Die Kirche bedauert auch die Machenschaften, welche damals zwischen der weltlichen Obrigkeit (Politiker) und der geistlichen Obrigkeit (Kirche) stattfanden. Der bischöfliche Sprecher betonte: „Das war ein Fehler, sich mit der damaligen weltlichen Macht zu verbünden.” In seiner Mitteilung an die Kirche von Ariège heißt es genau:

„Wir bitten den Herrn um Vergebung dafür, dass wir gegen das Evangelium gehandelt haben, ein Evangelium, in dem uns Jesus der Herr gebietet, unseren Nächsten zu lieben und auf die Gewalt niemals mit Gewalt zu antworten.”

Hierzu ist anzumerken, dass niemals Gewalttaten von den Katharern ausgingen.

Die Informationen werden zitiert aus einem Blog: le-blog-de-viure-al-pais-france3 le 20/09/2016 à 18:20:35 Ein Blog des französischen Fernsehsenders France 3.

Foto: Hermann Achenbach
9 Kommentare
  • Mike Frank SonnenkalbBeantworten

    Mit dieser Geste der Versöhnung wird ein Wunder wahr.

    In empfundener Dankbarkeit.

  • Reiner KleinBeantworten

    "Aber nach 700 Jahren wird der Lorbeer wieder ergrünen auf der Asche der Märtyrer", so spricht die Legende.
    Im Lande von Oc hat eine neue Lichtkraft sich mit der alten verbunden, der Same des Lichtes der Kirche der Liebe, keimt wieder auf dem vergossenen Blut der Märtyrer.

  • Feitler PierreBeantworten

    Die Katharer, als Kirche der Liebe, hatten ihren Verfolgern längst vergeben bevor sie auf die Scheiterhaufen stiegen.

  • Susanna GutschBeantworten

    Als Christin der modernen Rosenkreuzer des Lectorium Rosicrucianum in Deutschland, verneige ich mich dankend der Geste der Versöhnung, welche eine erste Heilung des Schmerzes unserer Brüder und Schwestern der damaligen Zeit Bedeuten wird.
    Es ist keine Entschuldigung zu klein um nicht dennoch eine Wirkung zu haben und es ist kein Anfang zu spät um nicht eine Fortsetzung und Stärkung dieses Beginns zu ermöglichen.
    In der Kraft Christi wird alles gesegnet was ehrlich und aus Liebe entsteht.

  • Claus SchleinschokBeantworten

    "Das Licht der Liebe kämpft nicht ...es leuchtet ...und unterstützt liebevoll jeden -noch so zaghaften- Impuls der Annäherung".

    Die "Lichtinsel Montsègur" ist m.E. ein Symbol für die heutige Zeit:

    "Jeder Mensch kann sich nun -frei und autonom- dem Licht der Liebe annähern ...und somit die Lichtinsel und deren Wirkung unterstützen".

  • Hans Joachim AntweilerBeantworten

    Ihr Liebenden

    Am 12.Oktober werde ich Geburtstag feiern
    Welch Geschenk kann anrührender sein
    Als dieses hier
    Zu vergeben und verzeihen
    Befreit altes Dunkel
    Im Licht der Ewigkeit

    Die Geschichte widerholt sich
    Auch in spirituellen Gruppen
    Sind die einstigen Akteure
    Vom weisen Karma erneut zusammen geführt
    Auch ich vergebe was ich hier erfuhr
    Wer es fühlen kann möge es verstehen

    Ehemals Schüler des Zentrum München
    Rosenkreuzer
    Hans Joachim Antweiler

  • Milli RoserBeantworten

    Liebe in den Raum gesandt,
    so wird aller Schmerz gebannt.
    Schmerz, der eigentlich nur Reibung ist,
    wird zur Freud´.....Die Flagge hisst,
    die da weht am Mont Segur.
    Lasst uns danken stets dafür.
    Deutlich wird der Liebe Macht,
    Bruder, Schwester, welche Eintracht!

    16.10.2o16
    Milli Roser
    Merci monsieur éveque de catharien

  • Jean-Pierre WeberBeantworten

    Le laurier a bien reverdi à Montségur
    Publié par le-blog-de-viure-al-pais-france3 le 16/10/2016 à 19:10:23
    Ce dimanche 16 octobre restera un jour historique. Ce n’est pas tous les jours que l’Eglise demande pardon pour des crimes commis et ça fait presque 800 ans que les Bonshommes dits « cathares » attendaient cette repentance. Les Occitans aussi. Retour sur cette journée pleine de symboles et d’émotions, marquée par l’évêque de Pamiers Jean-Marc Eychenne avec des mots, des gestes, pleins d’humanité.

    Der Lorbeer ist in Montségur wieder grün worden
    Dieser Sonntag, der 16. Oktober wird ein historischer Tag bleiben. Nicht jeden Tag bittet die Kirche um Entschuldigung für begangene Verbrechen und es sind fast 800 Jahre her, dass die Bonshommes "Katharer" genannt, auf diese Reue warteten. Die Occitans auch. Rückkehr auf diesem Tag, der voll von Symbolen und von Emotionen ist, markiert vom Bischof von Pamiers, Jean-Marc Eychenne, mit Worten, Gesten, voll von Menschlichkeit.

    Weitere Links zu diesem Ereignis findet man unter:
    https://www.qwant.com/?q=L%27%C3%A9glise%20catholique%20d%27Arri%C3%A8ge%20demande%20pardon&t=all

    Das Echo auf dieses Ereignis ist in französischen Zeitungen sehr groß.

  • José María Perceval León de la PazBeantworten

    Nach 120 Jahren werde ich offenbar sein!

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