Poesie Lyrik

Glaube, Liebe, Hoffnung?

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Eckhart schrieb´s in weisen Worten.
Wo find ich´s hier, an welchen Orten?
Glaube, Liebe, Hoffnung wären
höchste Werte zu begehren …
Sind sie wirklich letztes Ziel?
Sind sie der Gottheit höchster Will?
Eckhart stellt die heikle Frage,
die ich kaum zu sagen wage:
Ist Menschenliebe höchster Wert?
Auch, wenn er damit Gott begehrt?
Die Menschenliebe ist es nicht.
Sie ist nicht größer als das Licht.
Wie wird mir das Licht gegeben?
Soll hohe Werte ich erstreben?
Vernunft und jahrelanges Denken,
sie werden nicht Vollendung schenken.
Mensch und Gottes Wesenheit,
sie waren eins vor aller Zeit.
Wie kann das Licht mich jetzt erfüllen?
Durch Gottes Lieb´ nur, seinen Willen.
Nicht aber dringt es in mich ein,
wenn ich in meinem ird´schen Sein
in aller Mannigfaltigkeit
nicht geh in Abgeschiedenheit!
Abgeschiedenheit in laut´rer Form
geht über jede ird´sche Norm.
Sie ist nicht Ruhe, ist nicht Stille,
Raum ist sie für des Höchsten Wille.
Ein Mensch, ist er recht abgeschieden,
übertrifft sogar das Lieben.
In Abgeschiedenheit, im Reinen
muss Gott sich mit dem Mensch vereinen.
Inspiration zu Meister Eckharts Traktat über die Abgeschiedenheit
Abbildung: Bouguereau Gemäldeausscnitt
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