Frieden

Helfende Räume

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Das eigene Leid und seine Verarbeitung sowie die tieferen Einsichten, die daraus gewonnen werden, können anderen nicht direkt vermittelt oder „übergestülpt” werden. Sie sind aber als Fülle in dem „Raum” anwesend, der sich bildet, wenn wir einem anderen zuhören. Sie wirken als ein „präpariertes” Feld. Durch vorurteilsfreies, nicht wertendes Zuhören entsteht ein psychischer Raum, der unausgesprochen Ideen, Inspirationen und Informationen enthält, derer sich alle, die an einem Gespräch beteiligt sind, bedienen können. Sie müssen nur Ohren und Herz geöffnet haben.

Unser Ringen, unsere Gedankenkraft und unser Herzblut lässt im Laufe der Zeit ein Feld um uns entstehen, das magnetisch wirkt. Es ist besonders stark, wenn die Bemühungen in einer Gruppenverbundenheit stattfinden. Verwandtes fühlt sich angezogen, eine eigene Dynamik entsteht. Begegnungen erzeugen dann helfende Räume, in denen verarbeitete Ideen und Erlebnisse sich ausbreiten. Sie leben, bewegen etwas und verselbständigen sich.

Was sich in einem Gespräch ergibt, muss nicht bewertet werden. Erkenntnisse, Einsichten, neue Sichtweisen können im Inneren eines jeden zu neuen Möglichkeiten werden. Es obliegt dem einzelnen, den eigenen Lebensfaden weiter zu entwickeln. Menschen, die ein großes Erfahrungswissen errungen haben und spüren, dass sie an ihre Grenzen stoßen und dass sie der Kräfte einer höheren Seelenwirksamkeit bedürfen, lernen, auf Neues, aus der Tiefe Aufsteigendes zu lauschen.

Sie wissen den Wert helfender Räume zu schätzen.

Foto: Hermann Achenbach
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