Freiheit

Gut, dass wir darüber gesprochen haben!

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Ist es gut, wenn man über ein persönliches Problem spricht? Lässt sich damit ein innerer Konflikt beheben? Oder ist eher eigenständige innere Verarbeitung angesagt, die zu einer Bewusstwerdung der Ursachen und Bedingungen führt? Oft sind die Ereignisse und Prozesse, die wir zu durchleben haben, mit Leid und Schmerz verbunden. Es gibt wohl kein allgemein gültiges Rezept, wie man mit ihnen umgehen sollte. Zu individuell sind die Situationen und scheinbar Banales ist für den Betroffenen oft existenziell.

Eine große Hilfe kann eine Gesprächsgruppe sein, in der man sich über ungeklärte Fragen und Symptome aussprechen kann. Man kann schmerzliche Erfahrungen teilen und dabei erleben, wie man sie auch aus anderer Blickrichtung sehen kann.

Was sind die Grundvoraussetzungen für ein offenes Gespräch?

Man sollte

* keine Dogmen und Regelwerke anpreisen

* keine eigenen Heilslehren als einziges Heilmittel anbieten

* nicht davon ausgehen, dass die eigene Erfahrung auch für jeden anderen eine Lösungsregel ist

* Aussagen und Personen nicht abwerten

* niemandem etwas mitgeben wollen, das heißt, auch kein „Quallenfett” anbieten (man greift hin und hat nichts in der Hand).

Stattdessen

* eine Atmosphäre des Vertrauens entstehen lassen

* den Gesprächsraum weit offen halten

* die anderen sensibel und liebevoll annehmen

* Respekt haben vor den Äußerungen

* Akzeptanz zeigen für die persönlichen Aspekte

* aktiv und achtsam zuhören

* die Situationen ganzheitlich erfassen

* Ursachen erspüren und Verstrickungen erkennen

* die Freiheit und Autonomie des anderen respektieren

* die eigenen Formulierungen kontrollieren: freilassende Hinweise statt Regeln

* die eigenen Vorstellungen der Gruppe oder dem Gesprächspartner zur Überprüfung übergeben

Geistige Impressionen, die weiterhelfen, kommen oft unerwartet, im Zustand innerer Stille, im offenen, zubereiteten Raum. Sie können alte Strukturen auflösen.

Foto: Hermann Achenbach
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