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Licht & Erleuchtung – ein Kommentar zur Symposiums-Broschüre

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Die inneren, spirituellen Wege von Judentum (Kabbala), Islam (Sufitum) und Christentum (Gnostiker/Rosenkreuzer) gegenüber zu stellen, ist eine interessante Betrachtungsweise. Worin gleichen sich diese Bewegungen, worin unterscheiden sie sich?

Wir finden in dieser Broschüre keine ausdrückliche Abgrenzung voneinander. Und wir finden auch keine Darstellung der konkreten Praxis, vielmehr eine philosophische Hinführung auf den Weg zur Erleuchtung. Im Mittelpunkt steht hier die Auseinandersetzung mit dem Ich, der egozentrischen Persönlichkeit, die überwunden werden muss. Darin besteht in allen drei Bewegungen absolute Einigkeit, soll die Bewusstseinspforte zur Lichtoffenbarung aufgestoßen werden.

Es fällt auf, dass die Sichtweise der Kabbala non-dual ist. Die ganze Welt um uns herum wird als „eine einzige altruistische Naturkraft” gesehen. Ziel ist die erneute Verbindung der gesamten Menschheit zu einer neuen und vereinten Zivilisation.

Demgegenüber tragen Sufitum und Rosenkreuzertum deutliche Merkmale der Mystiker (Rumi, Gnosis). Ziel ist die Erfahrung des Göttlichen im eigenen Innern. Sie erfordert ein Selbstopfer in einem Prozess des neuen Werdens, einem Weg in Phasen, um mit der Tat dem göttlichen Willen in wahrhafter Nächstenliebe dienstbar sein zu können.

Bemerkenswert empfand ich die Aussage im Beitrag zum Sufitum nach der Tradition auch der christlichen Mystiker, dass das Verlangen nach Erleuchtung und Erlösung das größte Hindernis ist, um wirklich erlöst zu werden – „nur durch Dunkelheit kommen wir zum Licht”.

In der Tat gibt es Momente auf dem spirituellen Pfad, in denen das Gefühl der Verlassenheit vorherrscht. Aber es gibt eben auch immer wieder unbeschreibliche Momente, in denen sich göttliche helfende Kräfte – oft auf sehr individuelle Weise – unzweideutig offenbaren. Dabei führt uns der spirituelle Weg zu einem untrüglichen Unterscheidungsvermögen und zu spiritueller Selbstautorität.

Sie finden die Broschüre hier!

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