Aufrüttelnde Texte

Was ist der Antichrist?

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In Hans Pragers Buch Wladimir Solovjeffs universalistische Lebensphilosophie (1925) finden sich zum Thema Antichrist u.a. folgende Gedanken:

Was ist nun der Antichrist und was lehrt sein Vorhandensein?

Es ist die im Hintergrund des Menschen in hoffnungsloser Einsamkeit verharrende „Angst”. Die Angst, die im Wesen lauert, kann nur vernichtet werden durch Ehrfurcht vor höheren Werten.

Sie treibt die Menschen gegeneinander. So ist die gemeinsame Angst aller Menschen das Jenseitige des Menschentums, das Unergründliche.

Die Angst wirkt betörend, bannend und ist dämonisch, damit der Mensch von ihr den Blick nicht wende.

Diese Gestalt, die auch im Gefühl aufgeht, ist der Antichrist.

Diese allumfassende Verneinung hat sich ein Gesicht gegeben, eine Maske, und die Menschen ahnen nicht, dass von ihr aus vervielfacht die in den Weltraum ausgestrahlte Lebensangst auf die Erde zurückkommt, den Einzelnen in nur noch qualvollerer Sklaverei haltend.

Der Antichrist ist der letzte große Betrug am Menschen, den sich das Leben selbst erzeugt. Er kann auch mit dem Nihilismus gleichgesetzt werden, dem nichts gilt, nur das Eigenleben und die persönliche Macht. Er entwertet alles. So wird der Antichrist zum Räuber der ewigen Bestimmung der Menschen.

Diesen nihilistischen und antichristlichen Erscheinungen fehlt der Glaube an die vollkommene Einheit alles Seienden.

Nur die Liebe steht im unüberbrückbaren Gegensatz zur Macht. Sie befreit vom Bann aller Sklaverei.

Im Kampf zwischen Angst und Lebensfreude, Verdorrung und Entwicklung, zwischen Licht und Dunkel siegt das Licht aus Gott, das alles dem Licht Feindliche verzehrt, von dem nichts zurückbleibt.

Anders ausgedrückt:

Der Widersacher Angst

schleudert mich in höllische Tiefen

meines Selbstes.

Hält mich gefangen in Isolation.

Lässt mich kleingläubig werden,

verzagt.

Ich will mich von dieser

karmischen Fessel lösen

zum eigenen Heil und dem anderer.

Dann kann ich wieder atmen in

Regionen geistiger Kraft

und wahren Lebens.

Ich setze meinen Fuß auf den

Pfad des Lichtes der Befreiung

und ziehe in diesem Werden

auch andere mit.

Foto: Regina Rust

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