Aufrüttelnde Texte

Abgrund

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Gewalten, äonenalt, schlugen gleich Meteoriten ein ins System, in den Körper, Schlag auf Schlag.

Gewaltige Kräfte, angereichert durch Widersetzlichkeit, Hass, Zorn und Finsternis, erstickten den Lebensfluss im Keim, froren ein, verzerrten das Gesicht zu einer Maske und erzeugten die Hölle, ein „Fegefeuer”, in dem ausgeharrt und gelitten werden musste, aus dem es kein Entrinnen gab.

Nach dem alten Gesetz mussten die Gewalten ertragen und abgetragen werden.

Das Licht erschien im Kerker. Das Ringen zwischen Licht und Finsternis wurde zur Aufgabe.

Grenzen, die überschritten wurden, scheinbar Unerträgliches, ließen das Bewusstsein reifen.

Äonenalte Abgründe ließen die Medusa aufblitzen und gewährten Einblicke in Tiefen, die unfassbar sind.

Ein endloser Weg, verbunden mit dem Sehnen nach dem Ende, in dem sich alles auflösen darf, in dem Wurzeln aufgehoben werden und die Ganzheit wieder hergestellt wird.

Das neue Gesetz ist das „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe”, aber das Ego wehrt sich, will nicht aufgeben. Körper und Seele sind verwundet und vernarbt, sind gezeichnet, und die Spuren, die das Leben hinterlassen musste, wirken im Hier und Jetzt und verhindern das aufrechte Gehen.

Solange die Richtung stimmt, geht es weiter mit Weitergehen, Schritt für Schritt, im Vertrauen auf die Kraft, die alles lenkt und führt und die in grenzenloser Liebe auf uns wartet.

Gemälde: Anita Vieten

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